Entdecke die Wahrheit I – Die Lügen, die wir glauben

Die letzten Wochen habe ich damit verbracht, aufzuschreiben, was passiert ist bei unserer Wiedergeburt. Ich wollte mal so richtig in der Wahrheit baden, wer wir in Jesus sind. Und ich hab bestimmt nicht mal die Hälfte abgedeckt. (Für mehr über unsere Identität geh über Epheser 1 meditieren.  )

Jetzt fangen wir den nächsten Block an. Hier soll’s darum gehen, wie wir lernen, in diesen Wahrheiten zu leben. Auch hier erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit – ich schreib über das, was für mich funktioniert hat und was nicht und ich hoff, ihr könnt was für euch rausziehen davon. 😉

Warum leben wir nicht gemäß unserer Identität?

Die Preisfrage ist: Warum leben wir nicht so, wie Gott sagt, wer wir sind?

Also … warum wecken wir keine Toten auf, wenn Gott doch sagt, dass diese Kraft in uns drinsteckt? Und warum verhalten wir uns wie Waisenkinder (sind neidisch, machen uns Sorgen um die Zukunft, denken wie Konkurrenten), wenn wir doch einen guten Vater haben? Und warum sind wir verletzt und zerstritten, wenn wir doch unendlich geliebt sind?

– Einschub: Ich glaub zwar, dass wir Christen definitiv einen Unterschied machen zum Rest der Welt was Umgang miteinander, Moral und Charakter angeht. Aber gleichzeitig glaube ich auch, dass wir weiiiit unter dem Potenzial leben, das Gott in uns reingelegt hat (siehe Apostelgeschichte, was die alles gemacht haben: Apg 2,43; 3,7; 4,31; 5,12-16; 9,33-35; 9;40; 12,6-11; 14,8-10; 16,25-26; 20,9). Einschub Ende –

Es liegt nicht an der Sünde

Warum ist das so? Also, ich bin erst mal voll dagegen zu sagen, das würde daran liegen, dass wir die Sünde in unserem Leben nicht in den Griff kriegen. Die Wahrheit ist nämlich: Jesus hat uns von Sünde befreit.

 

Denn als wir mit Christus starben, wurden wir von der Macht der Sünde befreit. … Die Sünde hat die Macht über euch verloren, denn ihr steht nicht mehr unter dem Gesetz, sondern seid durch Gottes Gnade frei geworden. – Römer 6,7.14

 

Vielleicht fühlt’s sich nicht immer so an, dass wir frei von Sünde sind, aber ganz ehrlich: Sünde ist seit Jesus nicht mehr das Problem. Ich glaub nämlich, dass Sünde seit Jesus im Leben von einem Gläubigen (der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, pscht) nur noch das Resultat falscher Gedankengänge ist.

Mein Challenge, ob Gott mich versorgt

Ich mach mal ein Beispiel:

Ich bin grad am Umziehen – also, erst gedanklich, das wirkliche Umziehen kommt in ein paar Wochen. 😆 Ich freu mich ultra auf die neue Wohnung, aber ein Umzug bedeutet Kosten … Renovieren, Möbel, bla. Kürzlich hab ich mir so überlegt, was da auf mich zukommt, und da hat mich so ein Gefühl beschlichen von … wuarg-kacke-was-ist-wenns-mega-teuer-wird-und-ich-das-alles-nicht-packe. Kennt ihr das, so ne Beklemmung, die man auf einmal hat, und auf einmal ist alle Freude futsch und am Gedankenhimmel ziehen düstere Wolken auf? Man nennt das auch Sooorgeeeeen.

Jetzt hat aber der Jesus gesagt, wir sollen uns nicht sorgen. (s. Matthäus 6,24-34) Wir können uns jetzt darüber streiten, wie viel Sünde das ist, dass ich da so Sorgengedanken in meinem Kopf hatte, aber da ich nicht gern streite, 😉 sage ich an dieser Stelle einfach mal, dass alles, was wir tun ohne Gott zu vertrauen, Sünde ist (s. Römer 14,23, oh Mann, hoffentlich spießt mich jetzt niemand auf für diesen Satz 😀 ).

Nun ja … zum Glück habe ich mittlerweile ein bisschen mehr Übung im Gedanken-enttarnen als noch vor ein paar Jahren, und deshalb ist mir ziemlich schnell aufgefallen, dass dieses Sorgengefühl da nicht von Gott ist. Also hab ich innerlich zu Gott geschaut und gefragt: „Papa?“ (Das reicht schon als valides Gebet. 😆 ) Und sofort ist mir eingefallen, dass Gott gesagt hat, dass er für mich sorgt und dass es mir nie an etwas mangeln wird. Ever.

Und husch, sind die schwarzen Wolken in meinem Kopf wieder kleiner geworden und die Sonne kam wieder raus.

Jep, Sorgen sind Sünde

Jaaaa, Mirjam, das ist ja jetzt nicht wirklich Sünde.

Doch, find ich schon. Aber es hat nicht so viel kaputt gemacht (meinen Tag ruiniert, negative Chemikalien in meinem Hirn ausgeschüttet, meine Herz unter Stress gesetzt, etc. … ), weil ich’s relativ schnell gemerkt habe und Gottes Wahrheit das Recht gegeben habe, in mein Leben zu sprechen statt der Wolken.

– noch ein Einschub: Aber ganz ehrlich, das ist jetzt nicht die „größte“ Sünde, die’s so in meinem Leben gibt (wenn man Sünden unbedingt auf ner Skala anordnen muss). Aber mir ist grade nichts Besseres eingefallen (seit ich Zur Herrschaft bestimmt gelesen habe, achte ich sowieso nicht darauf, was gerade meine letzten Sünden waren – ist voll befreiend ), und es war die aktuellste Situation – ich wollte euch jetzt keine Geschichte erzählen, die schon 4 Wochen alt ist. – des Einschubs Ende –

Im Kern steckt eine Lüge

Worauf ich rauswill: Das Problem war nicht die Sünde, dass ich mir Sorgen gemacht habe. Das Problem war der Gedanke dahinter: „F…k, vielleicht reicht‘s nicht“, was ungefähr dem entspricht zu sagen: „Mein Gott ist nicht groß genug, dass er mich versorgen könnte“, was ungefähr das gleiche ist wie Unglaube. Und der kam daher, dass ich die Lüge geglaubt habe, Gott würde mich nicht versorgen können.

Gecheckt? 🙂

Die nächste Frage ist: Wie komme ich auf den Gedanken, mir könnt’s nicht reichen?

Oder wie kommen wir auf den Gedanken, … (Achtung, ich hole mal zum Rundumschlag aus 😉 )

… ich bin hässlich? … oder

… ich muss mich anstrengen um dazuzugehören? … oder

… ich muss mich zurückziehen, damit mir niemand mehr weh tut? … oder

… ich bin es nicht wert, etwas von Gott zu empfangen? … oder

… Männer / Frauen haben es besser? … oder

… ich hätte ein Junge / Mädchen werden sollen? … oder

… wenn etwas schiefläuft, ist es mein Fehler? … oder

… mein Bestes ist nicht gut genug, daher ist es sinnlos, sich anzustrengen? …

… ich werde mich nie ändern können und immer ___________ (schüchtern, unsicher, eifersüchtig, egoistisch, unattraktiv, etc.) sein? … oder

… ich bin ganz alleine? … oder

… Gott liebt andere Menschen mehr als mich? … oder, oder, oder …

Vermutlich (hoffentlich) hat dich da nicht alles angesprochen (oder im besten Fall gar nichts), denn jede einzelne Zeile ist eine Lüge.

Wisst ihr, was ich krass finde? Jesus hat echt gründliche Arbeit geleistet. In der Bibel steht, dass er dem Teufel jede Waffe weggenommen hat, die er hatte, um uns anzuklagen und fertigzumachen.

 

Auf diese Weise hat Gott die Herrscher und Mächte dieser Welt entwaffnet. Er hat sie öffentlich bloßgestellt, indem er durch Christus am Kreuz über sie triumphiert hat. – Kolosser 2,15

 

Der Teufel belügt uns

Der Teufel hat tatsächlich keine Macht mehr und keine Waffe mehr – gar nichts. Aber er hat noch seinen Mund. Und der redet ununterbrochen. Die einzige Macht in unserem Leben, die der Teufel noch hat, ist die, die wir ihm geben.

Dem, was wir glauben, verleihen wir Macht. (Bill Johnson – „We empower what we believe.“)

Ich denke, wir müssen erstmal realisieren, dass unsere Gedanken nicht unsere Gedanken sind und dass Himmel und Erde um das kämpfen, was durch unseren Kopf geht. Denn alles, was wir denken, wird irgendwann mal ins Sichtbare kommen. Gedanken werden Wirklichkeit. Alles, was jemals wirklich wurde, war vorher ein Gedanke.

Und seit unserem ersten Tag auf der Erde flüstert uns der Feind Blödsinn ins Ohr. (Ein paar Beispiele hab ich ja oben angeführt.)

Und das Gemeine ist, dass wir denken, wir wären das selber. Stehen vor dem Spiegel, und plötzlich denken wir: „Meine Nase ist zu groß.“ Meep – Lüge. (Wie ich das in meinem schönsten Schwäbisch sagen würde: Awaaaa, du bisch genau richtig! 🙂 )

Wir sind errettet, haben vollständige Vergebung, sind komplett und permanent geliebt und geheilgt, eine neue Schöpfung, Jesus hat ganze Arbeit geleistet. Aber unsere Gedanken sind halt meist noch dieselben.

Entscheidung: Wahrheit annehmen oder weiter den Lügen glauben?

 

Richtet euch nicht länger nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet … – Römer 12,2

 

Es liegt jetzt an uns zu entscheiden, ob wir lernen wollen, „ungöttliche“ Gedanken (= Gedanken, die nicht Gottes Worten entsprechen) gegen göttliche Gedanken, dh. Wahrheit, zu ersetzen. Wir können auch so weiterleben wie vorher mit dem Unterschied, dass wir jetzt halt in den Himmel kommen. Aber ganz ehrlich … das wär schon ein bisschen dumm, wenn wir stattdessen von unseren destruktiven Gewohnheiten und düsteren Gedanken freiwerden können. 😉

Wisst ihr, ich glaube, es ist die Ehre der Königskinder, die Lügen des Feindes zu enttarnen, ihm den Mund zu verbieten und uns von der Wahrheit freimachen zu lassen. Ich glaub, dass das auch dazu gehört, das Reich Gottes zu verbreiten (damit verbreitet es sich nämlich in unserem eigenen Leben). Ich glaub, dass das Gott voll die Ehre bringt! Weil wir dann nämlich befreit sind, zu leben, wie Gott uns geschaffen hat. Und weil damit Christsein auch ansteckend wird.

Nächster Artikel: Wie Lügen entstehen

Für heute reicht’s, ihr Lieben. Fetten Dank, dass ihr meinen ganzen Roman hier gelesen habt. (Alter, ich bin tatsächlich auf Seite 4 in meinem Word-Dokument angekommen. )

Im nächsten Artikel schreib ich darüber, wie diese Lügen in uns entstehen, Kindheit, pipapo. Danach geht’s um ein paar Werkzeuge, diese Lügen in uns zu enttarnen, und ich erzähl euch natürlich, wie das bei mir läuft. 🙂

Mein Ziel bei der ganzen Sache ist, dass du frei wirst, wirklich du zu sein – auch wenn ich vielleicht nie was von dir höre. Aber das ist voll mein Herz, dass du in der gaaaanzen Fülle leben kannst, die Gott für dich hat und nix mehr im Weg steht. Weil: Du bist‘s echt wert!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

So, jetzt aber wirklich fertig, Mirjam. 😀 Ihr seid dran: Wie seht ihr das? Glaubt ihr, dass wir belogen wurden? Let me know what you think. (Andere Meinungen sind ebenso willkommen. 🙂 )

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