Identität XI – Neue Schöpfung: Schon mal einen Toten auferweckt?

Wusstest du, dass du Tote auferwecken kannst? – Mirjam, du spinnst. – Tu ich gar nicht. Das gehört auch zum Gesamtpaket neue Schöpfung.

Zusammenfassung bisher über die neue Schöpfung

Bisher habe ich folgende Eigenheiten von uns als einer neuen Schöpfung abgedeckt:

  • Wir haben eine Identität, die unabhängig von unserem Verhalten ist. Dieser Artikel  und dieser Artikel.
  • Durch den Glauben an Jesus sind wir nicht mehr die Alten. Dieser Artikel.
  • Wir sind permanent geheiligt. Keine Sünder mehr, sondern Heilige. Hier entlang.
  • Wir sind bedingungslos geliebt. Dieser Artikel.
  • Wir sind Kinder Gottes. Hier geht’s zum Artikel.
  • Und unser Vater ist unendlich gut. Da lang.

Ich erhebe nicht im Geringsten einen Anspruch auf Vollständigkeit, aber bevor ich übergehe zu der Frage, wie man lernen kann, in dieser neuen Schöpfung zu laufen, ist mir eins noch wichtig geworden. Und zwar: Wissen wir, wie groß die Kraft ist, die in uns steckt?

In uns steckt Kraft, die Tote auferwecken kann

 

Ich bete, dass ihr erkennen könnt, wie übermächtig groß seine Kraft ist, mit der er in uns, die wir an ihn glauben, wirkt. Es ist dieselbe gewaltige Kraft, die auch Christus von den Toten auferweckt und ihm den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite im Himmel gegeben hat. – Epheser 1,19-20

 

Man könnte da jetzt einfach so drüberlesen. Oder man könnte ernst nehmen, was dort steht. 😉 Alteeer Falteeer.  Dieselbe Kraft, die Christus von den Toten auferweckt hat, wirkt in uns.

Schon mal aufgefallen bei dir? 😉

Ich schätze, es gibt einen Grund, warum Paulus gebetet hat, dass die Epheser erkennen mögen, wie groß die Kraft in ihnen ist: Weil sie alles übersteigt, was sie sich vorstellen können.

Tote auferwecken und Kranke heilen scheint uns oft so absurd. (Es passiert doch eh nichts. Warum sollte Gott durch mich etwas tun?) Das ist eigentlich nur ein Zeichen, dass wir Gott in unserer Vorstellung kleiner gemacht haben, als er wirklich ist. Er sagt, er wirkt in uns mit einer Kraft, die Tote auferwecken kann. Da ist ja Heilung nur ein Klacks dagegen. 😆

Es sollte normal sein, Tote aufzuerwecken und Kranke zu heilen

Früher war’s mein großer Traum, mal eine Heilung zu erleben. Ich hatte schon gehört, dass es auch heute noch Heilungen gibt, und ich wollte unbedingt wenigstens einmal sehen, dass jemand geheilt wird. Ich hab glaub bisschen zu klein geträumt, weil, bis heute hab ich echt oft gesehen, wie jemand geheilt wurde. Vor meinen Augen. Hurraaa! 🙂 (Ich hab nicht gezählt, sorry.)

Ich glaube, es sollte normal für uns sein, Kranke zu heilen und Tote aufzuerwecken. (Bei „Toten auferwecken“ rede ich übrigens nicht davon, die 96-jährige Oma zurückzuholen, die genug vom Leben hatte, sondern von Menschen, die vor ihrer Zeit gestorben sind. )

Jesus hat Kranke geheilt und Tote auferweckt.

Seine Jünger haben Kranke geheilt und Tote auferweckt.

Christen seither haben Kranke geheilt und Tote auferweckt.

  • Augustinus: Bruder und Schwester im Jahr 424 in Hippo geheilt und auferweckt
  • der Heilige Patrick: 39 Menschen auferweckt
  • der Heilige Franz Xaver: einmal einen Mann auferweckt, der schon dabei war zu verwesen
  • Smith Wigglesworth (1860-1947): einen fünfjährigen Jungen auferweckt
  • Mel Tari: in den 1970ern einen zwei-Tage-lang-Toten auferweckt
  • David Hogans „Freedom Ministries“ haben so viele Tote auferweckt, dass sie aufgehört haben zu zählen (Link hier.)

… und auch das ist nur eine Auswahl. Bei den Heilungen fang ich gar nicht erst an, sonst werde ich ja nie fertig. 😀

Warum klein denken, wenn Gott groß ist? Warum sollte sich etwas geändert haben seit diesen Menschen? Warum sollten wir nicht tun, was sie getan haben? (Ganz zu schweigen davon, dass Jesus meinte, wir sollten größere Werke tun als er: Johannes 14,12)

Warum klein denken, wenn Gott groß ist?

Warum werden manche Menschen nicht geheilt?

Bei diesem Thema kommen wir unweigerlich zu der Frage, warum manche Menschen nicht geheilt werden. Oder warum manche Menschen nicht von den Toten auferstehen (was nicht nur daran liegt, dass hierzulande kaum einer mal versucht, nen Toten aufzuerwecken).

Ganz ehrlich: Ich hab keine Ahnung.

Ich weiß nicht, warum manche Menschen geheilt werden, wenn ich ihnen die Hände auflege, und andere nicht. (Wobei, wie gesagt, die Heilungsrate mit steigendem Einsatz meinerseits auch gestiegen ist.) Aber trotzdem. Ich weiß es nicht.

Es liegt nicht am Glauben

Und jetzt sag keiner, es würde am Glauben mangeln. 🙂 Bei mir sind schon Leute gesund geworden, die Null Glauben hatten, weil sie gar nicht gläubig waren. Und ich hab schon mal für ein Mädel mit Rückenschmerzen gebetet und definitiv nicht erwartet, dass was passiert. Aber auf einmal meinte sie: „Jetzt ist es weg. Danke!“ Und ich so: „Huch!“ 😆 😆

Egal, was passiert, ich geb nicht auf

Ich hab auf jeden Fall zu viel gesehen, um länger glauben zu können, dass Gott nicht mehr heilen würde. Und ich hab realisiert: Entweder lege ich weiterhin Menschen die Hände auf, egal, wie viel passiert oder nicht – oder ich geb auf. Aber ich weiß: Wenn Jesus für diese Person gebetet hätte, die gerade nicht geheilt worden ist vor meinen Augen, dann wäre sie geheilt worden. Er hat immer alle geheilt. Daher werde ich nicht aufgeben. Aufgeben ist keine Option. 🙂 Das war meine Entscheidung.

Aufgeben ist keine Option.

Die Geschichten von Menschen wie Bill Johnson, Heidi Baker und Todd White ermutigen mich sehr. Diese Leute sind unter anderem dafür bekannt, dass voll viele Menschen geheilt werden, wenn sie da sind. Allerdings ist nicht so bekannt, dass sie für hunderte Menschen gebetet haben, ohne dass irgendwas passiert ist, bevor sie so famous wurden.

Der einzige Unterschied zwischen ihnen und den meisten von uns ist, dass sie sich nicht entmutigen haben lassen von fehlenden Resultaten und so lange weitergemacht haben, bis tatsächlich Wunder passiert sind.

Ich weiß, das war keine Antwort auf die Frage, warum nicht jeder geheilt wird. Aber ich hab halt keine. 🙂

Ich wünsch mir nur, dass es normal ist, dass wir krasses Zeug erleben, weil die Kraft in uns halt so krass ist.

Ich wünsch mir, dass wir erkennen mögen, wie groß die Kraft ist, die in uns ist.

Und ich wünsch mir, dass wir täglich mit dem Heiligen Geist erfüllt sind, der die Kraft aus der Höhe ist, die wir empfangen dürfen. (Apostelgeschichte 1,8)

Ich will mehr Jesus sehen in unserem Leben! Wenn nicht jetzt, wann dann? Aaaah, Gott, öffne mir die Augen, damit ich erkenne, wie groß die Kraft ist, mit der du in mir wirkst.

Möge die Macht mit euch sein.


Beitragsbild: Joshua Ness


Ich häng euch hier noch eine Geschichte über eine Totenauferweckung in unserer Zeit … nur als kleinen Teaser auf das, was möglich ist. 🙂

Die Story ist von Yonggi Cho, dem Pastor einer Gemeinde in Seoul in Südkorea.

Pastor Cho sprach bei einem Treffen, als er einen Anruf von seiner Frau erhielt: „Komm nach Hause, dein Sohn stirbt.“ (Das war der zweite Sohn, Samuel, der jetzt ein Schuljunge ist. Seine Mutter hatte zu ihrer Überraschung durch einen Traum über Hanna herausgefunden, dass er empfangen worden war. Ihr wurde mitgeteilt, dass er ein Junge war und Samuel heißen sollte – ein sehr ungewöhnlicher Name in Korea.) Samuel war einer von acht Schuljungen, die schon gestorben waren, weil sie frittierte Seidenraupen von einem Straßenverkäufer gegessen hatten. Der Bauer, der den Fang in die Stadt gebracht hatte, hatte Verpackungsmaterial benutzt, das zuvor für Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet worden war.

Die letzte Nachricht des Jungen, als er im Bett seines Vaters lag, war: „Sag Papa, dass er für mich beten soll, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich heute Abend in den Himmel gehen werde.“ Als Cho zu Hause ankam, fand er seine Frau verzweifelt vor. Er begann auszurufen: „Nein, Samuel! Du darfst nicht fortgehen.“ Dann kroch er, seine Schuhe von sich schleudernd, mitten ins Bett neben den leblosen Körper und betete: „Vater, ich werde meinen Jungen nicht gehen lassen!“ Es fiel ihm schwer zu beten und seine Worte klangen hohl. Er tat zwei Dinge. Er schloss seine Augen und konzentrierte sich auf das gesunde, robuste Bild des Sohnes, der Samuel in seiner Erinnerung gewesen war – ein vielseitiger Junge, ein Anführer, ein Sportler, bewandert in der traditionellen Kunst der Selbstverteidigung.

Er begann auch, Gott um Vergebung zu bitten für alles Falsche, das ihm einfiel – keine Allgemeinheiten, sondern genaue Sünden … als er seiner Frau in Wort oder Tat Unrecht getan hatte, seine Undankbarkeit für seine Kinder, usw. Dies dauerte eine oder zwei Stunden lang an. Als er seine Augen wieder öffnete, schien sein Sohn Samuel immer noch leblos zu sein – unmöglich, ihn zu wecken oder mit ihm zu kommunizieren. Er begann, Gott bis nach Mitternacht anzuflehen. Er konzentrierte sich in seiner Vorstellung nicht auf den leblosen Körper neben ihn, sondern auf den großen, vor Kraft strotzenden, heiteren Samuel, den er wiedersehen wollte.

Dann stieg er aus dem Bett und rief dem Jungen zugewandt mit lauter Stimme: „Samuel!“, und klatschte auf laute, wachrüttelnde Weise in die Hände. „Samuel! Im Namen Jesu Christi von Nazareth, steh auf und geh!“ Der Junge sprang auf, während Cho vor Furcht beinahe nach hinten fiel. Samuel fiel in sich zusammen und halb quer auf das Bett und erbrach sich. Er machte eine Bewegung mit der Hand: „Sag Hallo zu Jesus, Papa.“ Er wiederholte es: „Sag Hallo zu Jesus. Er ist genau dort.“ Der Junge zeigte es. Sein Vater verbeugte sich in Richtung der angegeben Stelle und sagte leise: „Hallo Jesus.“

„Hast du uns nicht den Flur entlang kommen sehen? Hast du uns nicht gesehen, Papa? Jesus hat mich in seinen Armen getragen. Er hat mich zu einem wunderschönen Ort getragen – heller als alles, was ich je gesehen habe – die schönste Musik, die meine Ohren je gehört haben. Ich konnte die Melodie nicht erkennen, aber wir kamen ihr immer näher. Dann sagte Jesus zu mir: ‚Wir müssen zurück.‘ ‚Nein‘, sagte ich. ‚Doch, wir müssen zurück. Dein Vater will dich nicht gehen lassen.‘ Dann brachte er mich zurück ins Schlafzimmer. Hast du uns nicht den Flur entlang kommen sehen? Du hast mich gerufen und mir befohlen, aufzustehen. Genau dann hat Jesus mich losgelassen. Da ist er – oh, er ist nicht da. Ich schätze, er ist wohl zurückgegangen.“

– aus Caught up into Paradise (Old Tappan, NJ: Spire Books, 1978) von Dr. Richard E. Eby, S.236-237, aus dem Englischen übersetzt