Identität X – Neue Schöpfung: Wie ich Gott als Vater kennengelernt habe

Heute erzähle ich euch zwei Geschichten von ganz am Anfang, als ich Gott als Vater kennengelernt habe. Damals hat er voll in mich hineinzementiert, dass er durch und durch gut ist. Und du kannst das auch haben. 🙂

Der Alarm geht los in meinem Kopf, wenn ich Gott nicht als gut sehe

Letztens wollte ich von Gott als nem guten Vater erzählen, aber der Artikel wurde zu lang, da habe ich einfach beschlossen – schlau, wie ich bin – ich mach zwei draus. Tadaa.

Eigentlich glaube ich sowieso, dass wir zu viel labern und zu wenig erleben. (Ups, mein Blog ist voller Gelaber … was sagt mir das? *kopfkratz* – Egal, ich steuere hiermit den Gegentrend an. 😆 )

Ich hab schon erzählt, dass die Zeit in Toronto mich total geformt hat. Aber das Beste an der ganzen Zeit war nicht das, was ich gelernt habe, sondern dass ich Gott kennengelernt habe. Und der Herr hat’s damals in meinen Geist reingebaut, dass er wirklich ohne Ende gut ist. Ich bin so dankbar für die Erkenntnis.

Das ist so, dass jedes Mal, wenn ich das Gefühl habe, Gott hat ein mieses Ding gedreht oder war sonst irgendwie nicht für mich, in meinem Kopf die Alarmglocken losgehen mit der Dauerdurchsage: „Achtung, Achtung, Lüge im Anmarsch! Fehlinterpretation der gegenwärtigen Lage! Bitte Verstand rekalibrieren.“ 😀 😀 😀

Ich erzähle euch heute zwei Geschichten, die dazu beigetragen haben, die Güte Gottes in mir zu zementieren. Ich hab seither echt noch viel mehr erlebt. Aber ich will ja niemanden mit 300 Seiten Text überfordern … vielleicht schreib ich nochmal ein Buch drüber. 😉

Beim Vater ist übel viel Freiheit

Toronto: Nach jeder Lehreinheit sind wir nicht direkt zum Mittagessen gelatscht, sondern es gab immer noch eine ministry-Zeit, in der Gott Zeit hatte, in unserem Herzen was zu tun (wenn wir das wollten, versteht sich). Eines Tages, nachdem Barry fertig gelehrt hatte, hat er uns in eine Zeit geführt, wo wir Jesus getroffen haben. (Ich erzähl mal später mehr über sowas, wenn ihr das wissen wollt. Ist aber definitiv wesentlich unspektakulärer, als ich mir das früher vorgestellt habe. 🙂 )

Da war eine Schaukel, und ich saß auf der Schaukel, Jesus hat mich angeschubst, und wir hatten echt Spaß.

Nach einiger Zeit fragt Jesus: „Sollen wir mal zum Vater gehen?“

Ich: „Ja, sehr gern.“ (Deswegen bin ich ja eigentlich gekommen.)

Und als Jesus das so sagt, fällt mir auf: Ich kenne den Vater gar nicht. Ich hab KEINE Ahnung, wen ich erwarten soll, wenn wir zum Vater gehen, weil ich ihn noch nie getroffen habe!

Jetzt fragst du dich vielleicht, wie kannst du den Vater nicht kennen, wenn du jahrelang Christ warst? Jaaaahaha… ich kannte Gott halt so wie ich Angela Merkel kenne. Also rein theoretisch. Und dieser letzte Satz ist wortwörtlich zu verstehen. Irgendwie … mit Jesus hatte ich schon mehr erlebt, aber mit dem Vater nicht so. Und wenn ich zu „Gott“ gebetet habe, dann wusste ich auch nicht, dann kam nie so wirklich was zurück. Ich wusste also nicht, mit wem genau ich rede. Das wird jetzt also ein Experiment. Ist Gott auch praktisch so gut, wie ich das theoretisch denke?

Wir gehen also zum Vater, der sitzt da auf seinem Thron, sieht uns kommen und hat das breiteste Lächeln drauf, ever. Ich hab keine Ahnung, was kommt, aber ich denke mir, ich darf mich jetzt bestimmt gleich auf seinen Schoß setzen. Wir Charismatiker sagen das ja immer so … „Setz dich beim Vater auf den Schoß …“ trallala.

(Ich bin übrigens nicht nur Charismatiker – wenn man Charismatiker darüber definiert, dass sie beim Lobpreis die Hände heben und auf Geistesgaben stehen; ich bin genauso Landeskirchler – wenn man Landeskirchler darüber definiert, dass sie Choräle auswendig kennen und wissen, wann man das dreifache Amen singt. 😀 😀 😀 … Ihr checkt meinen Humor, ja? 😉 )

Anyway, ich warte also, was passiert, da sagt der Vater mit nem Lächeln, so als ob er voll meine Gedanken gelesen hat (was er wohl auch getan hat): „Du musst nicht auf meinen Schoß sitzen. Du darfst so viel Abstand halten, wie du magst. Wir haben alle Zeit der Welt. Okay? 🙂 “ (Oder so in der Art.)

Und ich so: „Okay.“ 🙂 Leck mich am Sock. Er erwartet ja gar nichts von mir. Boah, das war so ein gutes Gefühl. Ich hab keine Ahnung, ob man das nachvollziehen kann, aber ich hab mich so frei gefühlt.

Jesus hat die ganze Zeit dabei gegrinst, als ob er einen Clown gefrühstückt hätte. Nach ein paar Minuten sind wir wieder gegangen, zuerst raus aus dem Thronsaal, und ich dann in real life zum Essen in die Kantine.

Das war mein erstes Erlebnis mit dem Vater. Im Prinzip ist fast nichts passiert in der Vision. Ja, ich weiß – Geschichte schon vorbei. 😀 Aber für mich war es eine riesen Offenbarung vom Charakter Gottes, für mich war’s echt spektakulär.

Diesem Erlebnis sind noch viele gefolgt, und es hat nicht lange gedauert, da hab ich mich tatsächlich auf seinen Schoß geworfen („trallala“ 😀 ) in seinen Mantel reingegraben und mich an seine Schulter geflüchtet, wenn irgendwas war … mit ihm geredet und mich vertraut mit ihm gefühlt.

Mein Vater sorgt gut für mich

Zweite Story: Ich habe Winterstiefel gebraucht. Weil, Kanada ohne Winterstiefel ist wie Sahara ohne Kamel. Aber ich hatte damals nicht so die Kohle, da kein Einkommen. Und sparsam war ich sowieso – bei mir fließt Schwabenblut durch die Adern, hehe.

Ich schlendere also durchs Einkaufszentrum, in den ersten Schuhladen hinein … zu teuer, zu teuer, hässlich, zu teuer, hässlich, hässlich. Und wieder raus. In den nächsten Schuhladen rein … generell zu teuer. Raus. In den nächsten Schuhladen rein (mittlerweile bin ich etwas frustriert und habe meine Ansprüche etwas heruntergeschraubt) … hässlich, teuer, oh, die sind echt hübsch, passen die auch? au ja, und sie sehen cool aus, was kosten die?, ähm… zu teuer, schade.

Hässlich, hässlich, hässlich. (Jaaaaa, ich geb’s zu, ich hatte damals einen sehr eingeschränkten Geschmack, was Schuhe anging.) Okay, jetzt schaue ich mal noch weiter, was in den anderen Geschäften an brauchbarem Schuhwerk zu finden ist, und wenn ich nichts Besseres finde, komme ich zurück. Gesagt getan.

Eine Stunde später stehe ich wieder vor den Stiefeln. Probiere sie nochmal an, obwohl sich weder der Schuh noch mein Fuß verändert haben, tänzel vor den Spiegeln rum und debattiere innerlich mit mir: Wenn ich die kaufe, reicht mir das Geld dann? Kann ich mir so eine Anschaffung leisten? Argh… ich nehme sie mit. Die sehen schön aus und den Preis kann ich verkraften … glaube ich zumindest. Vor zur Kasse, bling bling, Schuhe eingepackt und wieder raus aus dem Laden.

Als ich so aus dem Laden gehe und auf den Ausgang des Einkaufszentrums zusteuere, fängt eine kleine Stimme in meinem Kopf an zu sagen: „Oh Gott, ich hab so viel Geld für die Schuhe ausgegeben. Vielleicht brauche ich das später noch. Oh Mann, das war zu teuer. Soll ich sie doch wieder zurückbringen? Ich glaube, ich muss sie zurückbringen, aber ich brauche doch Schuhe, aber das war so viel Geld. Eeeeh… es fühl sich gar nicht gut an …“ Voll das schlechte Gewissen. (Bless you, wenn du das nicht kennst, es ist auch völlig unnötig.)

Auf einmal, während dieser Gedankenschwall mein Gehirn überflutet, höre ich eine eindrückliche Stimme in mir (es war nicht mit den Ohren hörbar, aber dafür, dass es innerlich war, ziemlich laut):

„Mimi! Bin ich dein Vater oder bin ich nicht dein Vater? – Sorge ich für dich oder sorge ich nicht für dich?“

Stille.

Läääägg. Da war ich erst mal still. Und er auch. Ich lasse es sacken. Grade den ersten Tadel vom Herrn erhalten. Und ich fühl mich aber so geliebt. Und ich merke mein Waisendenken: Was weiß ich, ob ich das Geld später noch brauche oder nicht! Aber mein Vater sorgt doch für mich. Auch im „später“. Und wenn ich wirklich glaube, dass er mein Vater ist, warum um alles in der Welt, mache ich mir Sorgen??? Das ist so unsinnig! 😀

Ich zu Gott: „Oh Mann, ich hab dir echt nicht vertraut. Ja, du bist mein Vater. Danke, du sorgst für mich. Das ist das, was ich glaube. Puh, Danke, dass du mich erinnert hast.“ Und voll der Friede und Leichtigkeit und Freude ziehen in mein Herz ein. Mir fällt auch mein Konfivers wieder ein: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (Damals hab ich zu Gott gesagt, er soll durch den Vers zu mir reden, den ich kriege – ich würde ihn persönlich nehmen.)

Wisst ihr, manchmal, wenn ich Gott heute dafür vertrauen muss, dass er für mich in einem bestimmten Bereich sorgt, in dem ich mich selber nicht versorgen kann, fällt mir dieser Satz wieder ein: „Bin ich dein Vater oder bin ich nicht dein Vater? – Sorge ich für dich oder sorge ich nicht für dich?“ Und das lotet mich in die Wahrheit ein. Scheiß auf die Sorgen. Ich hab nen mächtigen und reichen Vater. 😀

Du kannst auch dem Vater begegnen, wenn du willst

Wisst ihr, meine Lieben, aus diesen Gründen und wegen Geschichten wie diesen bin ich davon überzeugt, dass es nicht reicht, den Vater auf eine Art und Weise zu kennen, wie wir Angela Merkel kennen. Und da macht’s es auch nicht besser, dass man von Frau Merkel in der Zeitung liest, aber vom Vater in der Bibel.

Wir brauchen die Begegnungen mit ihm, wo unser theoretisches Gehirn von seiner praktischen Liebe überführt wird. Magst du das auch? Also, ich brauche das täglich. Sonst werde ich unausstehlich. (Frag mal meinen Freund. 🙂 )

Es ist auch ganz einfach. (Sobald es schwierig wird, machen wir es uns zu kompliziert.) Schließ die Augen und sag: „Jesus, bitte zeige mir den Vater.“ (Jesus ist ja auf die Erde gekommen, um den Vater zu offenbaren.) Und sieh Jesus vor deinem inneren Auge … und vielleicht auch vor einer Landschaft oder n einem Raum, in dem ihr euch befindet … und dann lass dich überraschen, was er tun wird …

PS: Du darfst mit Jesus auch gern auf meine Schaukel gehen. 😉

PPS: Zum Schluss hab ich noch ein tiefgehendes Lied zu Gott unserm Vater für dich: https://www.youtube.com/watch?v=2gSugruC1jQ

PPPS: Gott hat mich übrigens seither treu und zuverlässig versorgt – in allem.


Beitragsbild: Myles Tan