Identität IX – Neue Schöpfung: Gott ist ein durch und durch guter Vater

Letztens habe ich geschrieben, dass wir die Kinder von Gott sind. Aber wenn wir die Kinder sind, dann wär’s echt wichtig zu wissen, wer unser Vater ist. Ist er wirklich gut? Und wie können wir ihn kennenlernen? Und vor allem, ist das überhaupt nötig? Heute die Basics aus der Bibel und nächstes Mal meine Story.

Die zwei Lektionen der Kinder

Johannes schreibt in seinem ersten Brief:

 

Ich schreibe euch, ihr Kinder, weil euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. Ich schreibe euch, ihr Väter, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, ihr jungen Männer, weil ihr den Bösen überwunden habt. Ich schreibe euch, ihr Kinder, weil ihr den Vater erkannt habt. – 1. Johannes 2,12-13

 

Nachdem wir wiedergeboren werden, gibt es drei Entwicklungsstufen, die wir durchlaufen. Zuerst sind wir kleine Kinder im Geist, dann werden wir zu Jugendlichen („jungen Männern“) und danach zu Vätern (und Müttern, ist klar, ne? 😉 Nicht falsch verstehen, gell, wir sind natürlich immer Kinder Gottes, so wie ich auch wenn ich erwachsen bin, immer noch das Kind meiner Eltern bin. Aber hoffentlich müssen meine Eltern mir mit 26 nicht mehr die Windeln wechseln, das wäre schlecht. 😀

Genauso ist das auf unsere geistliche Entwicklung übertragbar. Wenn wir wiedergeboren werden, sind wir zuerst Babys im Geist. Und Johannes schreibt hier, was in dieser Phase charakteristisch ist, nämlich zwei Dinge:

  1. Die Kinder sind verwurzelt in der Wahrheit, dass ihnen die Sünden vergeben worden sind.
  2. Die Kinder lernen den Vater kennen.

Ohne diese zwei Dinge als unsere Grundlage können wir nicht gescheit wachsen. Zum Thema Vergebung empfehle ich euch diesen Artikel.

Und heute geht’s ums den Vater kennenlernen. Wir schauen an, wie er drauf ist und nächstes Mal nehme ich euch ein bisschen in meine Geschichte mit dem Vater rein. 🙂

Bibel: Der Vater ist durch und durch gut

 

Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel. – Jakobus 1,17

 

Unser Vater ist nur gut. Checken wir das? Ist das unsere Grundlage? Erwarten wir wirklich, dass von Gott nur gute Gaben und vollkommene Geschenke kommen?

Wenn wir uns nicht so sicher sind mit dem Vater, dann lass uns Jesu Leben ansehen. Jesus hat gesagt, dass er und der Vater eins sind (Joh 10,30) und wenn wir Jesus ansehen, dann sehen wir den Vater (Joh 14,9). Das heißt, dass wir in der ganzen Bibel „Jesus“ durch unseren Vater ersetzen könnten, und es würde das Bild Gottes perfekt widerspiegeln. Hat Jesus jemals einen Menschen zurückgewiesen, der zu ihm gekommen ist? Oder nicht geheilt, der ihn um Heilung gebeten hat? Oder nicht versorgt, der ihm vertraut hat?

Never. Ever.

So ist der Vater.

Was tun mit den Dingen, die wir nicht verstehen?

Gott steckt nicht hinter allem, was passiert

Ich weiß, dass im Leben schlimme Dinge passieren.

Oft neigen wir dazu zu sagen: „Kacke, Gott, warum lässt du das zu?“ oder „Warum machst du das?“

Aber so ganz unter uns: Ich glaube, dass Gott der falsche Adressat für diese Frage ist – weil er mit den schlimmen Dingen gar nichts zu tun hat. Und weil er nicht so allmächtig hinter allem steckt, wie wir das annehmen. Es gibt eben auch noch einen Teufel. Natürlich könnte Gott mit dem Bösen auf der Erde Schluss machen. Aber dann wär’s mit den Menschen auch Schluss. Versteht ihr? Dann wären die meisten Menschen auch weg vom Erdboden.

Gott ist nicht auf einmal nicht mehr gut, weil schlimme Dinge passieren. Ich glaub, sein Herz ist genauso zerbrochen wie deins, eher noch mehr.

(Ich weiß, das ist vielleicht ein bisschen herausfordernd, was ich hier schreibe. Danke fürs trotzdem Lesen. 🙂 )

Hinter den Kulissen ist Gott immer gut

Ich kann mich aktiv an zwei Gelegenheiten erinnern, in denen ich Gott nicht verstanden habe und wütend zu ihm gesagt habe: „Warum machst du das? Ich fühl mich echt verarscht!“, aber ich hab’s jedes Mal bereut. Kurz darauf bin ich nämlich an dem Punkt angekommen, an dem ich gesehen habe, dass Gott im Hintergrund alles für den größeren und besseren Showdown vorbereitet hat. Aber mein kleiner Blickwinkel hat nicht gesehen, was für gute Dinge mein Papa hinter den Kulissen vorbereitet hat, als vor den Kulissen noch nichts zu sehen war.

Ich hab’s echt bereut, dass ich ihm so misstraut habe. Aber naja, bei seinem Lächeln schmilzt alles weg. 🙂

Wenn ich’s nicht verstehe

Dann gibt‘s allerdings auch Dinge, an denen sich Gott nicht hinterher als superguter Dad rausstellt. Davon hab ich noch eins in meinem Leben. So ein ungeklärtes Ding. 😀 Und ich verstehe bis heute nicht, was da schiefgelaufen ist. Aber mittlerweile kenne ich ihn gut genug um zu wissen: Was auch immer da passiert ist, es war nicht sein Plan, dass ich am Rad drehe.

Ich entscheide mich also, dass diese wenigen Dinge, die ich nicht verstehe, nicht meine Wahrnehmung von Gott trüben werden, der in allen Dingen sonst durch und durch gut war … nur weil ich das eine nicht verstehe, heißt das nicht, dass er sich geändert hat.

Und da stelle ich mich unter Gottes Wort und vertraue, dass er der ist, der er sagt, und nicht anders …

Daher glaube ich, so wie’s die Bibel sagt, dass Gott durch und durch gut ist. Und wenn ich’s wo nicht so wahrnehme, dann glaub ich’s trotzdem, weil’s der Herr sagt. Punkt. 🙂

Zusammenfassung

Ich hoffe, man kann mir folgen.  Bis hierher zumindest. 😀

  1. Die Bibel sagt, der Vater ist durch und durch gut.
  2. Das Böse auf der Welt, die schlimme Dinge im Leben kommen nicht von ihm. Von ihm kommen nur gute Gaben und vollkommene Geschenke.
  3. Wenn wir Gott mal anders erleben, dann ist irgendwo ein Fehler im System. Vielleicht wartet unser Wunder noch auf uns oder wir haben noch nicht alles verstanden oder Gott waren die Hände gebunden. Aber egal, was passiert ist, der Vater war immer da und hat jeden Schmerz mit uns mitgetragen und unsere Schläge aufgefangen und mit uns geweint und getrauert.

Irdische Väter

Nachdem ich so schön drauf gepocht habe, dass unser Vater im Himmel ein guter Vater ist, wenden wir uns unseren irdischen Vätern zu. Egal, ob dein Vater da war oder nicht, wir alle haben einen. Und die Sache ist die: Ohne dass wir uns besonders anstrengen, projizieren wir unsere Erkenntnisse über unseren irdischen Vater automatisch auf Gott als unseren Vater. Man kann eigentlich gar nichts dagegen machen. Wir denken automatisch, Gott ist auch so. … Oder wir fühlen so, selbst wenn unser Gehirn uns was anderes einredet.

Unterschiedliche Vatertypen

Es gibt unterschiedliche Vatertypen. Kein Vater wird eine Reinform eines Typus‘ sein, sondern eher ein Mischmasch. Diese Aufzählung soll nur dabei helfen zu lernen, in welchem zu Hause wir aufgewachsen sind.

1)      Der gute Vater

Ist gut (Logikbombe, ich weiß), sorgt für seine Familie, ermutigt, ist aber nicht perfekt (welch Überraschung 😆 ).

2)      Der leistungsorientierte Vater

Verlangt viel, zeigt Liebe und Zuneigung nur, wenn gute Leistungen erbracht wurden.

3)      Der passive Vater

Kann Liebe nicht emotional ausdrücken, sondern eher, indem für seine Kinder arbeitet, verlangt nicht viel von seinen Kindern.

4)      Der abwesende Vater

Ist nicht da (z.B. wegen Scheidung oder Tod), kann auch körperlich anwesend, aber geistig abwesend sein.

5)      Der autoritäre Vater

Baut keine emotionale Beziehung auf, sagt wo’s lang geht durch Einschüchterung, verbreitet Angst.

6)      Der missbrauchende Vater

Körperlich oder emotional missbrauchend, Furcht und Wut sind normal, Kinder können Gott nicht vertrauen.

Bei allem, was wir hier anschauen und uns überlegen, müssen wir daran denken, dass unsere Eltern uns ihr Bestes gegeben haben. Unsere Papas waren die besten Papas, die sie sein konnten, mit dem, was sie wussten. Okay? 🙂

Vielleicht hast du dir beim Durchlesen der Aufzählung überlegt, wie dein Papa so war. Ich wünsch dir, dass er ein guter Vater war. Aber sogar wenn dein Papa gut war, brauchst du trotzdem den Vater im Himmel ( – und das ist kein Verrat an deinem guten Vater.) Gott ist der Besteeeeeee!!!!!!! 🙂 🙂 🙂

Actionplan

Du kannst jetzt einfach wegklicken, ist voll okay. Aber falls du Bock auf Veränderung hast, empfehle ich dir Folgendes:

  • Wenn dein Pa einer zwischen Sorte 2 bis 6 war, gibt’s eventuell noch was zum Vergeben. Vergeben tut man immer für sich selber, nicht für die andere Person. Für dich, damit du frei wirst. Nicht zu vergeben bringt auf die Dauer Bitterkeit hervor. Und Bitterkeit ist wie eine Giftpille, die ich schlucke und denke, der andere geht dabei drauf. Deshalb ist Bitterkeit keine Option für mich.

Vielleicht musst du Gott auch bitten, dass er zu dir über deine Eltern spricht, über Verletzungen und Enttäuschungen. Weil, wirklich vergeben kann man nur im Detail und nicht grob allgemein.

Vergeben ist übrigens echt ein mutiger Schritt, besonders in diesem Thema. Denn wenn du das tust, entlässt du deinen Vater aus seiner Verantwortung, dir ein gute Vater zu sein. Und dann hängt man erstmal in der Luft. Scary. Und wenn Gott einen nicht auffängt, dann gute Nacht. Aber versprochen, er macht’s immer. Er nennt sich selber Vater der Vaterlosen. (Ps 68,6)

Also sei mutig!! Ich feuer dich so an!

  • Wenn du losgelassen hast, dann bitte Gott, dass er dir zeigt, wie er als Vater ist.
    Ich schlage dir Folgendes vor (hab ich auch gemacht): Mach deine Augen zu und stell dir Jesus vor. Fang an mit Jesus zu reden und lass dich überraschen, was er tut oder sagt. Hängt ein bisschen zusammen ab, chillt. Wenn du magst, kannst du ihn bitten, dass er dich zum Vater mitnimmt. Und was du dort erlebst, ist deine Geschichte …

Im nächsten Beitrag erzähl ich meine Story mit dem Vater. Und wenn du was Cooles mit ihm erlebst: Schreibs mir!!!! 🙂 Ach so, Fragen und so darfst du natürlich auch schreiben (an mirjam@edifyme.de) oder in die Kommentare.


Beitragsbild: Sasint

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