Identität VIII – Neue Schöpfung: Söhne Gottes

Vielleicht geht’s dir so wie mir vor ein paar Jahren, dass du dachtest: „Ach, Gott ist ein Vater, nichts Neues.“ Aber ich wette mit dir, dass Gott noch so viel mehr zu diesem Thema für dich hat. 🙂

Das Christentum ist keine Religion

Wisst ihr, was ich richtig krass finde? Wir haben die abgefahrenste Religion der Welt. Zum einen ist das Christentum nämlich eigentlich gar keine Religion, sondern eine Beziehung. Hier geht’s nicht darum, Regeln zu befolgen, um gottgefälliger zu werden. Sondern darum, Gott selber kennenzulernen (woraus noch so viel mehr folgt, aber definitiv nicht das übliche Zeug … zumindest nicht, wenn man seine Bibel gescheit liest 😉 ).

Zweitens ist das Christentum ziemlich abgefahren, weil man, wenn man sein Leben Gott gibt, in eine riesige Familie aufgenommen wird.

 

Von Anfang an war es sein unveränderlicher Plan, uns durch Jesus Christus als seine Kinder aufzunehmen, und an diesem Beschluss hatte er viel Freude. – Epheser 1,5

 

Ich schließe mal so frei daraus: Es ist völlig falsch, Christen als Anhänger einer Religion zu bezeichnen; Christen sind die Kinder von Gott. Krasser Satz, nicht?

Der Unterschied zwischen einem Sohn und einem Waisenkind

 

Ihr seid jetzt also nicht länger Fremde ohne Bürgerrecht, sondern seid – zusammen mit allen anderen, die zu seinem heiligen Volk gehören – Bürger des Himmels; ihr gehört zu Gottes Haus, zu Gottes Familie. – Epheser 2,19

 

Was bedeutet es, zu Gottes Familie zu gehören? Was ändert sich, wenn man auf einmal ein Kind von Gott wird?

Der nächste Abschnitt beschreibt, wie sich ein Waisenkind verhält im Gegensatz zu einem Sohn. (Ach so, wenn ich „Sohn“ hier schreibe, schließe ich die Ladies mit ein. 🙂 ) Wenn du magst, kannst du dir überlegen, wie du dich in deiner Beziehung zu Gott fühlst, wenn du das jetzt liest. 🙂

Waisenkinder fürchten sich

Ein Waisenkind hat Angst, dass es wieder ins Waisenhaus zurückgeschickt wird, wenn es einen Fehler macht. Es passt also auf, so wenig wie möglich falsch und ja überhaupt nichts kaputt zu machen. Es fühlt sich in einer Beziehung zu seinem Adoptivvater (wenn es einen hat) nicht sicher – „er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich, er liebt mich nicht“. Seine Identität beruht auf dem, was es tut. Es muss sich und den anderen beweisen, dass es wertvoll ist. Deshalb kann es auch nicht gut mit Versagen oder Fehlern umgehen. Ein Waisenkind hat Angst vor den anderen Waisen, weil es das Gefühl nicht kennt, eine Familie zu sein und Gemeinschaft zu haben. Die anderen Kinder sind Konkurrenten, vor denen man sich schützen muss. Der Stärkste dominiert. Bruderschaft kennt ein Waisenkind nicht. Ein Waisenkind erhält kein Erbe. Es ist auf sich gestellt, muss sich alleine durchschlagen.

Söhne fühlen sich sicher in der Liebe ihres Vaters

Und jetzt das Kontrastprogramm:

Wenn wir ein Sohn sind, dann erhalten wir unsere Identität von unserem Vater. Wir sind, was er sagt, dass wir sind. Ein Sohn weiß, dass er daheim daheim ist. Er bedient sich am Kühlschrank ohne zu fragen und legt seine Füße auf den Couchtisch ohne auf den Gedanken zu kommen, jemand könnte ihn wegschicken. „Wegschicken“ gibt es nicht. Ein Sohn fühlt sich sicher – „er liebt mich, er liebt mich, er liebt mich“.

Und jetzt ein bisschen mehr auf uns als Kinder Gottes bezogen, die entweder mit einem Waisenherz oder mit einem Herz der Sohnschaft rumlaufen:

Waisen wissen nicht, wie ihr Vater über sie denkt. – Söhne wissen, wie sehr sie geliebt sind.

Waisen erwarten Strafe. – Söhne erwarten Liebe.

Waisen sind sich nicht sicher, was sie von ihrem Vater bekommen werden. – Söhne wissen, dass ihr Vater es gut mit ihnen meint.

Waisen haben Angst, dass sie zu kurz kommen. – Söhne wissen, dass ihr Vater schon weiß, was sie brauchen, bevor sie ihn darum bitten.

Waisen suchen nach Segen. – Söhne sind ein Segen.

Für Waisen ist die Welt ein dunkler Ort. – Söhne wissen, dass die Welt ihrem Vater gehört.

Waisen leben aus der Liebe zum Gesetz. – Söhne Leben aus dem Gesetz der Liebe.

Waisen müssen beweisen, dass sie wertvoll sind. – Söhne sind einfach so wertvoll.

Waisen können sich kein Versagen leisten. – Söhne rühmen sich ihrer Schwachheit, weil sie wissen, dass ihr Vater in der Schwachheit stark ist.

Waisen sind eifersüchtig, wenn andere besser sind. – Söhne freuen sich über den Erfolg ihrer Brüder.

Waisen drehen sich um sich. – Söhne richten ihre Augen auf den Vater.

Waisen suchen Liebe. – Söhne empfangen Liebe vom Vater und geben Liebe.

Söhne mit Waisenherz

Man könnte diese Liste endlos weiterführen. Ich hoffe, du hast ein bisschen gespürt, worauf ich hinauswill. :)Ich finde, wir wissen voll oft in unserem Kopf, dass dies und das die Wahrheit ist. Aber wenn wir dann in unser Herz hineinspüren, schreit dann nicht oft noch so ein kleines Waisenkind raus?

Wegen Jesus und in Jesus sind wir niemals mehr Waisenkinder. Wir sind die Kinder von Gott! Unser Herz rafft das nicht von jetzt auf nachher, und deswegen leben wir manchmal noch so, als ob wir keinen guten, liebevollen, wunderbaren Papa im Himmel haben. Obwohl wir also angenommene Kinder Gottes sind, haben wir manchmal noch ein Waisenherz. Aber wenn wir lernen wollen, wie ein Kind Gottes zu leben (was wir ja sind), dann wird Gott das Waisenherz aus uns herauslieben.

Der Vater liebt das Waisenherz aus uns heraus

Wisst ihr, dass Gott ein Vater ist, das weiß ich schon ewig. Und als wir damals in Toronto eine Woche übers Vaterherz Gottes hatten, dachte ich mir: „Ha, da kommt nix Neues.“ Aber ganz-ehrlich-erstens: Ich hab mich in ganz schön vielen Punkten auf der Waisenseite wiedergefunden.

Es ist die Liebe vom Vater, die unser Waisendenken aus uns rausliebt. Und die Liebe Gottes können wir nicht mit unserem Verstand erfassen. Es reicht nicht, davon zu wissen. Wir brauchen es, dass wir diese Liebe spüren.

Und ich laber so viel von der Liebe Gottes, weil sie echt so viel in meinem Leben verändert hat. In dieser Woche damals bin ich Gott als Vater begegnet, und das hat mein Bild von ihm und meine Beziehung zu ihm verändert. Ich bin heute, wo ich bin, weil ich weiß, dass ich weiß, dass ich weiß, dass mein Vater gut ist. Auch wenn ich mal was nicht verstehe … egal, ich hab einen Papa, und der ist real und der sorgt für mich – du kannst mir erzählen, was du willst, aber das kannst du mir nicht ausreden. Kannsch ja mal versuchen. Keine Chance. 😉 Diese Woche erst wieder habe ich das triumphale Gefühl erlebt, das man hat, wenn man erlebt, dass der Vater nie seinen Charakter ändert und genauso treu ist wie eh und jeh. Beschdee.

Aber ganz-ehrlich-zweitens: Ich entdecke immer mal wieder noch ein Stück Waisenherz in mir drin. Ich bin nicht durchs Thema durch , ihr Lieben. Gar nicht. 🙂 Aber auf nem guten Weg.

Wenn du vielleicht auch gemerkt hast: „Ups… ich kenne Gott noch gar nicht als einen guten Papa …“, dann komm mit zum Vater. Seine Liebe schwemmt alle Unsicherheit und Angst in unserm Herz weg.

 

Ich lasse euch nicht als Waisen zurück; ich komme zu euch. – Johannes 14,18

Es gibt viele Wohnungen im Haus meines Vaters, und ich gehe voraus, um euch einen Platz vorzubereiten. – Johannes 14,2

Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch wiederum fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! – Römer 8,15

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! – 1.Johannes 3,1

 

Actionplan

Wie bei so vielen Sachen reicht es nicht, nur zu wissen, dass Gott unser Vater ist. Wir müssen diese Liebe spüren und in ihr verwurzelt werden, um das Herz eines Sohnes zu bekommen.

Ich kann nicht „machen“, dass du die Liebe des Vaters spürst. Aber Jesus hat schon alles dafür gemacht. 🙂 Du musst nur dein Herz aufmachen und zu Gott sagen, dass du das Herz von einem Sohn möchtest und dass du seine Vaterliebe willst. Ich kann das nicht machen. Aber er wird’s. Promise. 🙂


Beitragsbild: pdimaria

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