Identität VI – Neue Schöpfung: Permanent geheiligt

Heute geht’s um die krasseste Eigenschaft dieser neuen Schöpfung („Was laberst du, neue Schöpfung?“ Falls du dich das fragst, klick hier), zumindest hat mich das am meisten gerockt, als ich es vor ein paar Jahren entdeckt habe.

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass durch den Tod von Jesus unsere Sünden vergeben wurden. Aber wisst ihr was, ich glaube sogar, dass das für alle Sünden gilt – für die Vergangenen und für die Zukünftigen! Ich bewege mich da vielleicht auf kontroversem Boden, aber ich hoffe, am Ende des Artikels macht es Sinn. Und es ist nicht scary und nein, ich lebe nicht in völliger Zügellosigkeit deswegen. 😉

Was ich früher dachte

Früher dachte ich:

  1. Jesus hat alle meine Sünden vergeben bis zu dem Zeitpunkt, als ich ihm mein Leben gab.
  2. Aber für die Sünden, die ich danach anstelle, muss ich Gott jedes Mal um Vergebung bitten, und dann erst vergibt er sie mir.
  3. Solange ich eine bestimmte Sünde nicht bekannt habe, ist sie nicht vergeben
  4. Jede Sünde macht mich unrein.
  5. Ich muss mich anstrengen, so wenig zu sündigen wie möglich.
  6. Meine Beziehung zu Gott ist gestört, wenn Sünde in meinem Leben ist.

Wenn das irgendjemand liest, der mit Kirche und Gott und Sünde nichts am Hut hat, muss er ja denken, dass ich paranoid war. 😆 Aber vielleicht kannst du mit ein paar von diesen Aussagen was anfangen.

Vor ein paar Jahren allerdings hat Gott meine Meinung voll auf den Kopf gestellt. Schauen wir mal, was die Bibel sagt.

Was die Bibel sagt

 

Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch die Opferung des Leibes Jesu Christi, und zwar ein für allemal. ­– Hebräer 10,10

 

Jesus hat sich selbst einmal geopfert. Dadurch sind wir ein für alle Mal geheiligt. Moooment mal! Steht da wirklich, dass wir permanent geheiligt sind? Also, wirklich dauerhaft, egal, was wir machen?

Naja, eigentlich ist doch logisch, oder? Keiner von uns glaubt, dass Jesus nochmal sterben muss, wenn wir was verbockt haben. „Jesus es tut mir so leid, ich habe grade über meine Freundin gelästert. Kannst du nochmal sterben, damit mir diese Sünde vergeben wird?“ Völliger Quatsch. 😀 Wir glauben ja alle, dass Jesus nur einmal für die Sünden sterben musste, und dass das für alle Sünden reicht.

Logischerweise muss das auch für diejenigen Sünden reichen, die noch in der Zukunft sind.

Häh, Mirjam, wie kann Gott meine Sünden vergeben, die ich noch gar nicht begangen habe?

Antwort: Er hat’s ja auch mit den Sünden gemacht, die schon in deiner Vergangenheit liegen. Denn als Jesus gestorben ist, waren die ja noch in der Zukunft. Vermute ich jetzt mal. Oder sonst wärst du ziemlich alt. 😀

Gott hat sich einmal entschieden zu vergeben, und das reicht

Ich mag den Vergleich, dass die Vergebung von Jesus wie ein Stahlkabel ist, das aufgespannt wurde, als er am Kreuz starb, und das sich durch alle Zeiten hindurchzieht. Ob ich im Jahr 1740 lebe oder im Jahr 2020, wenn ich dieses Stahlkabel (durch den Glauben an Jesus) anfasse, dann bin ich mit dieser Vergebung verbunden.

Gottes Entscheidung zu vergeben, war eine einmalige Entscheidung. Er muss sich nicht jedes Mal wieder neu entscheiden, mir zu vergeben, wenn ich gesündigt habe, weil er es bereits getan hat. Und diese Entscheidung und dieses Opfer gilt für immer. Macht das Sinn?

Deshalb sind wir für immer geheiligt, auch wenn wir manchmal noch so leben, als wären wir’s nicht.

Deshalb haben wir für immer Vergebung und sind für immer rein.

 

… aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes. – 1.Korinther 6,11

 

Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. – Römer 8,1

 

Aiaiaiaiiiiii, SO NE GUTE BOTSCHAFT, ich raste aus!!!

Für immer vergeben = gerecht vor Gott

Die Bibel bezeichnet diesen Stand auch als „Gerechtigkeit“ vor Gott. Wir sind gerecht vor Gott, nichts klagt uns an. Jesus hat für immer alles gemacht. Es ist so ne gute Botschaft!

 

Ich freue mich sehr in dem Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir Kleider des Heils angezogen, mit dem Mantel der Gerechtigkeit mich bekleidet, wie ein Bräutigam sich den priesterlichen Kopfschmuck anlegt und wie eine Braut sich mit ihrem Geschmeide schmückt. ­– Jesaja 61,10

 

Gerechtigkeit kann man sich nicht verdienen, sondern nur empfangen

Und die Bibel sagt auch, diese Gerechtigkeit vor Gott, die gibt’s nur als Geschenk. Das heißt, man kann nichts dafür tun. Man kann sie nur empfangen und Danke sagen.

Und die Bibel sagt nochmal was: Wenn wir diese Gerechtigkeit als Geschenk empfangen, dann wird das unser Leben so sehr ändern, dass wir von keiner Versuchung und keiner Sünde mehr fertig gemacht werden, sondern über ihr stehen. Lies selbst:

 

… wieviel mehr werden die, welche den Überfluss der Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus! ­– Römer 5,17

 

Neuer Umgang mit Sünde

Aus diesen Gründen, wenn ich gesündigt habe, renne ich zu Gott und sag ihm: „Vater, Maaan, ich hab’s verbockt. Danke für deine Vergebung. Ich empfang sie jetzt. Danke, dass ich durch Jesu Blut reingewaschen bin. Danke, dass du mich gerecht gemacht hast.“

Und ich weiß, meine Beziehung zu Gott ist immer total in Ordnung. Weil ich in seinen Augen immer reingewaschen bin. Nur mein Gehirn muss das raffen. Ich bin abgewaschen, geheiligt, gerechtfertigt. Ein für alle Mal.

Was ich jetzt denke

Zur Erinnerung, das ist das, was ich vorher dachte:

  1. Jesus hat alle meine Sünden vergeben bis zu dem Zeitpunkt, als ich ihm mein Leben gab.
  2. Aber für die Sünden, die ich danach anstelle, muss ich Gott jedes Mal um Vergebung bitten, und dann erst vergibt er sie mir.
  3. Solange ich eine bestimmte Sünde nicht bekannt habe, ist sie nicht vergeben
  4. Jede Sünde macht mich unrein.
  5. Ich muss mich anstrengen, so wenig zu sündigen wie möglich.
  6. Meine Beziehung zu Gott ist gestört, wenn Sünde in meinem Leben ist.

Aber wegen oben genanntem sieht das, was ich jetzt denke, so aus:

  1. Jesus hat alle meine Sünden vergeben.
  2. Gott hat mir ein für alle Mal vergeben, er muss sich nicht immer wieder neu dazu entscheiden.
  3. Er hat mir auch die Sünden vergeben, die mir gar nicht bewusst sind.
  4. Jesu Blut hat mich ein für alle Mal reingewaschen.
  5. Je mehr ich das Geschenk der Gerechtigkeit empfange, umso weniger werde ich sündigen. Zum Glück hat das nichts mit Anstrengung zu tun.
  6. Meine Beziehung zu Gott ist nie gestört. (Zumindest von Gott aus ist der Weg zu ihm IMMER frei. Manchmal vergesse ich, dass ich permanent geheiligt bin und denke, Gott und ich haben jetzt ein Problem. Aber je mehr ich das mit der geschenkten Gerechtigkeit checke, umso mehr ist auch von mir aus der Weg zu Gott IMMER frei.)

Ich hoffe, meine steile These vom Anfang macht jetzt Sinn. In so einem Artikel kann man natürlich nicht alles abhaken mit Sünde und so. Ist aber auch nicht mein Ziel gewesen. Ich wollte dir nur zeigen, wie Gott dich sieht und wer du bist als dieser neue Mensch. Es ist so mega befreiend. *durchschnauf* und *freu* 🙂


Zu diesem Thema leg ich euch das Buch Zur Herrschaft bestimmt total ans Herzen. (Ja okay, kein Deutscher würde sich auf das Cover seines eigenen Buches drucken lassen und vielleicht auch den Untertitel ein bisschen anders formulieren, aber das ist nicht so wichtig. Denn der Inhalt ist nämlich voll ne Bombe. Also, wirklich. Sooo der Knaller, hat mich total gerockt damals. Ich finde, jeder Deutsche sollte dieses Buch lesen. Jap. Finde ich. 🙂 )


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