Identität III – Wer gibt mir Wert?

In meinem Leben gibt es unterschiedliche Zeiten, in denen Gott Unterschiedliches tut. Manchmal crasht er meine Theologie, manchmal lerne ich eine neue Seite von Gott kennen, manchmal geht’s darum, dass ich über meinen Schatten springe, manchmal geht’s um gar nichts und es ist einfach ne ruhige Zeit, in der nicht viel passiert. Manchmal heilt Gott mein Herz, wenn es eine Macke abbekommen hat, manchmal fordert er mich heraus und manchmal werde ich rekalibriert.

Und Letzteres war hier der Fall.

Wir sind alle unterwegs

Kleiner Einschub: Ich schreibe diesen Blog ja nicht, weil ich so viel gelernt habe oder weil ich durch jedes Thema durch wäre, das sich da in meinem Herzen auftut. Nee nee… wär schön, wenn’s so wäre, aber das ist nicht der Fall. Ich schreibe, weil ich mir wünsche, dass du auch nen Touch von Gottes Liebe und Güte abkriegst, während du hier liest. Es geht hier also nicht um ein vollkommenes Leben, sondern um ein unvollkommenes, aber geliebtes Leben

Was bin ich wert?

Irgendwie ist es ja schon ein bisschen witzig. Immer mal wieder, wenn ich über etwas schreibe oder über ein Thema reden darf (Seminar, Workshop, blabla), fall ich genau in diesem Bereich auf die Nase. 😀

So auch jetzt. 😀 Da starte ich so schön meine Identitätsreihe und zack, passiert etwas und ich stehe mit der Frage da, was ich wert bin. Aber so ist das. Hab ja schon gesagt, dass wir alle unterwegs sind. 😀

Leute … was sind wir wert? Und jetzt keine standard Jesus-liebt-mich-unendlich-Antwort, bitte. 😉 … wenn du die Frage jetzt beantworten müsstest … Wie wertvoll fühlst du dich im Moment? Wenn „wertvoll“ für dich zu weich klingt 😆 , dann kannst du es ersetzen mit „erfolgreich“ oder „angenommen“.

*** Denkpause ***

noch eine

*** Denkpause ***

Es kommt drauf an, wen man fragt

Vielleicht passt alles für dich, du fühlst dich unendlich geliebt und wertvoll und erfolgreich. Perfekt. Weiter so. 🙂

Wenn es dir grade aber nicht so geht, dann waren wir zwei letzte Woche immerhin auf der gleichen Schiene unterwegs. 🙂

Die Sache ist die: Egal, was die Wahrheit über unseren Wert ist, die Antwort wird unterschiedlich ausfallen, je nachdem, wen wir fragen.

Also ist die Frage nicht so sehr, was wir wert sind … sondern zu wem wir gehen, um diese Frage beantwortet zu bekommen.

Theorie reicht nicht, ich brauche ein Bewusstsein von meinem Wert

Wisst ihr, theoretisch weiß ich schon, dass mein ganzer Wert durch das festgelegt wurde, was Jesus am Kreuz getan hat. ( = uneeendlich wertvoll, echt wahnsinnig) Aber ich habe es nicht in meinem Bewusstsein kultiviert. Also, ich lebe nicht in dem Bewusstsein, dass ich unendlich wertvoll bin.

Das merke ich daran, dass ich verärgert bin, wenn mich jemand anders behandelt, als ich es zu verdienen glaube. Weil: Ich gebe dieser Person (in meinem Kopf) das Recht, mitzureden, wer ich bin.

Wenn aber mein Wert festgelegt ist – unabhängig davon, was jemand zu mir sagt oder wie mich jemand behandelt – dann muss ich mich doch gar nicht aufregen. Dann habe ich sogar eher ganz viel Gnade für den anderen, denn der weiß wahrscheinlich auch nicht, wer er ist, sonst würde sich nicht so verhalten.

Ich weiß nicht, checkt ihr, was ich meine?

Nur Gott bestimmen lassen, wie viel ich wert bin

Das ist das, was Gott mir die letzten Tage gezeigt hat und mir erklärt hat, dass ich meine Bestätigung woanders gesucht habe als bei ihm (das kann wie bei mir ne andere Person sein oder auch Personen oder ungefähr alles, was man tun kann). Muss man erstmal schlucken. *schluck* 😆 Und dann kann man sich umdrehen und sich wieder auf Gott ausrichten. Rekalibrierung gestartet. 🙂 Das habe ich getan.

Neuer Fokus: Die Frage nach meinem Wert werde ich mir von Gott beantworten lassen. Immer wieder. Immer, immer, immer, immer wieder. Solange bis ich tagtäglich in dem Bewusstsein lebe, was Gott sagt, wer ich bin.

Ich kultiviere gerade jeden Tag Gedanken, die Gott über mich denkt. Und wenn ich merke, dass ich wieder in Ärger rutsche, dann renne ich (in Gedanken) zu Gott und frage ihn nach der Wahrheit über mich, lege mich rein in seine Liebe wie in ne Badewanne und hole mir so meine Freude zurück. Das ist echt cool, da rutscht man ganz schnell wieder aus dem Ärger raus. 🙂

Das beschäftigt mich gerade. Wie sieht’s bei dir aus? Auch Lust auf ein paar Identitätsfestigungsgedanken? 🙂

Aktivierung

Dann meine Fragen an dich:

1) Was bringt dir Freude und Bestätigung? *Denkpause*

2) Und wenn genau das auf einmal weg wäre, wärst du dann immer noch so glücklich wie vorher? *Denkpause*

Was auch immer deine Antwort auf Frage 1) war, ich glaube, dass Gott dir das gegeben hat, damit du dich dran freust. Aber ich glaube auch, dass er für dich geplant hat, dass du genauso viel Freude und Bestätigung fühlen kannst, sollte Nr. 1) mal weg sein. Ist dein Fokus schon so fest auf Gott, dass es an deinem Wert nichts ändert, wenn dir das andere Zeug fehlt?

Ist dein Fokus schon so fest auf Gott, dass es an deinem Wert nichts ändert, wenn dir das andere Zeug fehlt?


Beitragsbild: Wu Yi