Identität II – Du bist nicht, was du tust, sondern du tust, was du bist.

Wir schließen aus unserem Tun, wer wir sind

Du bist nicht, was du tust, sondern du tust, was du bist.

Das ist so ein krasser Satz. Der hat mich ziemlich erwischt, als ich ihn zum ersten Mal gehört habe. Weil… eigentlich sind wir genau andersrum gepolt. Wir sehen uns an, was wir zustande gebracht haben (oder auch nicht) und schließen daraus: Das bin ich.

Beispiel:

Ich habe ein Unternehmen gegründet. Ich bin ein Unternehmensgründer.

Ich backe Brot.  Ich bin ein Bäcker.

Ich schneide Leuten die Haare. Ich bin ein Friseur.

Das geht für Berufe genauso wie für unser Verhalten:

Ich lerne für die Schule. Ich bin ein Streber. 😀

Ich habe gelogen. Ich bin ein Lügner.

Ich habe versagt. Ich bin ein Versager.

Gott hält keine Fehler vor

Aber Gott ist noch nie zu mir gekommen und hat gesagt, ich sei ein Versager, auch wenn ich versagt habe. Never. Ever. Und er hat mir auch noch nie gesagt, ich sei ein Feigling, obwohl ich in der Situation davor feige war. Gott hat mir noch nie einen meiner Fehler vorgehalten und gesagt: „Änder das mal bitte.“ Nie.

Bei Gott funktioniert das ein bisschen anders, zumindest bei dem Gott, den ich kenne. 🙂 Gerade wenn ich was verbockt habe, kommt er her und sagt: „Weißt du nicht, wer du bist?“ Und dann zählt er mir alles auf, wie er mich sieht. Voll krass.

König der Löwen: Erinnere dich, wer du bist.

So wie bei König der Löwen. Erinnert ihr euch an die Szene, wo Simba zurückgehen soll ins „Geweihte Land“, aber nicht will. Darauf erscheint ihm sein Vater Mufasa und sagt: „Simba, du hast vergessen, wer du bist. … Du bist zu etwas anderem bestimmt. … Vergiss niemals, wer du bist! Du bist mein Sohn und der wahre König! Du musst dich wieder daran erinnern. Erinnere dich.“

Eigentlich ist Simba dazu bestimmt, der König zu sein. Aber durch die Lügen und finsteren Machenschaften seines Onkels Scar glaubt Simba, er hätte schon zu viele Fehler gemacht. Daher hätte er nicht das Zeug zum König. Doch sein Vater erinnert ihn, dass in ihm der wahre König steckt. Simba beginnt, das zu glauben, und wenige Filmminuten und den großen Showdown später ist er in der Tat der König des „Geweihten Landes“. Identität wurde Realität.

Als Simba zu glauben begann, wer er wirklich war – ungeachtet der derzeitigen Realität (Simba = Rumstrolcher) – wurde er zu dem, was er glaubte (Simba = König).

Simbas anderes Verständnis von sich selbst änderte die Realität!

Genauso ist das bei Gott auch! Gott ist wie Mufasa, der uns daran erinnert, wer wir sind. Er weiß, dass wenn wir checken, wer wir sind, wir auch anfangen werden, so zu leben. Wir bauen ein Umfeld um uns herum, das das widerspiegelt, was in uns drin stattfindet.

Identität wird Realität.

Solange ich denke, ich kann nichts und bin nichts und habe schon zu viel falsch gemacht, da gibt’s keine Hoffnung mehr, solange werde ich mit Timon und Pumba in der akuten Verdrängung mein Leben verdödeln. Hakuna matata.

Aber wenn ich erkenne, wer ich wirklich bin und wozu ich berufen bin, dann kehre ich zurück in mein Land, mache den bösen Onkel platt und werde der König, von dem mein Vater sagte, der ich sei.

Oder auf Deutsch: Solange ich denke, ich bin ein Versager, werde ich versagen. Aber wenn ich anfange von mir zu denken, wie Gott es tut, dann werde ich auch anfangen, so zu leben.

Gecheckt? 🙂

Wir sind nicht, was wir tun. Sondern wir tun, was wir sind.

Gott gibt Identität

Deshalb ist es soooooo wichtig, herauszufinden, was Gott sagt, wer wir sind. Und Gott sagt nicht, dass wir Sünder sind, (das mit Jesus und dem Kreuz ist ja schon passiert, gell 🙂 ), sondern dass wir Heilige sind. (Römer 1,7; 12,13; 15,25; 16,2; 1.Korinther 1,2; 2.Korinter 1,1; Epheser 3,8 … ach, ich hör jetzt auf, das sind zu viele Bibelstellen.) Wisst ihr, ich glaube, dass je mehr wir checken, dass wir wirklich Heilige sind, wir auch anfangen werden, wie Heilige zu leben. Und solange wir noch denken, dass wir Sünder seien, werden wir auch leben wie Sünder.

Wahre Veränderung passiert von innen nach außen. Unser Verhalten wird von dem bestimmt, wer wir glauben, dass wir sind. Die Realität, derer ich mir bewusst bin, ist die Realität, die ich um mich herum manifestieren werde.

Und Leute, da ist keiner von uns am Ende der Reise angekommen, sondern wir sind alle noch unterwegs. Aber wir haben immer wieder die Wahl uns zu entscheiden, dem zu glauben, was Gott sagt, wer wir sind. Bis seine Wahrheit soooo viel Platz in unserem Bewusstsein hat, dass das andere Zeug nicht mehr sichtbar ist.

Heute kultiviere ich die Wahrheit, dass ich bedingungslos geliebt bin. Du so? 🙂


Beitragsbild: Corentin Marzin