Kingdom II – Es ist unser Job, die Erde zu verändern

Im letzten Artikel habe ich behauptet, Jesus sei nicht nur gekommen, um unsere Sünden zu vergeben und uns zu retten. Sondern sein Ziel war es, das Reich seines Vaters auf der Erde aufzubauen, damit es auf der Erde so werden würde wie im Himmel – kurz gesagt.

Heute schreibe ich über die faszinierende Art, wie Gott sich dachte, dass sein Königreich sich hier auf der Erde ausbreiten würde. Nämlich durch uns.

Wir sind Gottes Botschafter auf der Erde

 

So sind wir Botschafter Christi, und Gott gebraucht uns, um durch uns zu sprechen. – 2.Korinther 5,20

 

Botschafter Roms

Als Paulus den Brief an die Korinther verfasste, wurde das Wort „Botschafter“ bei den Römern als Berufsbezeichnung verwendet. Durch den Geschichtsunterricht (oder auch durch Asterix und Obelix – kleine Danksagung hier an meinen großen Bruder 😀 ) wissen wir ja, dass die Römer sehr eifrig ihr Imperium ausdehnten und alle möglichen Völker unterwarfen.

Allerdings fiel ihnen irgendwann mal auf, dass diese Völker zwar dem Namen nach zu ihrem Reich gehörten, aber in ihren Sitten und Bräuchen weiterlebten wie vorher. Abgesehen von vielleicht ein paar Soldaten und den vielen Steuern, die die Menschen zu zahlen hatten, war nicht spürbar, dass hier römisches Territorium war.

Das gefiel ihnen nicht so, also beschlossen sie, „Botschafter“ in die neu eroberten Gebiete zu schicken. Diese Botschafter reisten mit einem ganzen Team an Leuten an und begannen, die römische Kultur, Lebensweise und Denkweise in den neuen Gebieten zu etablieren. Sie bauten Bäder, importierten römische Möbel und Gegenstände und brachten den Menschen bei, auch so zu bauen und zu leben wie in Rom, mit dem Ziel:

Wenn der Oberguru, pardon, Statthalter/Konsul/etc., aus Rom kommt und seinen Fuß hier auf den Boden setzt, soll er das Gefühl haben, er wäre zu Hause in Rom.

Botschafter Christi

Und das ist das Bild für uns, das Paulus hier malt. Ich find’s so irre. Wir sind Bürger des Himmels (Epheser 2,19) und fungieren als Botschafter auf der Erde. Wir gehören in den Himmel, aber wir sind hier als Repräsentanten Gottes. Und unser Job ist es, so viel Himmel zu importieren, dass:

… wenn Jesus wiederkommt und seinen Fuß auf die Erde setzt, er das Gefühl hat, er wäre zu Hause im Himmel.

Sehen wir uns auch so? Oder jammern wir noch über das Elend in der Welt?

Geschichte einer Sturmstillung heute

Ich wollte euch eigentlich eine Geschichte von Heidi Baker zitieren, aber als ich gestern nach dem Buch gesucht habe, in dem sie das erzählt, ist mir wieder eingefallen, dass ich das Buch mal an jemanden ausgeliehen habe, und ich weiß nicht mehr an weeeeen. Aaargh. *haarerauf*

Egal, ihr könnt die Story selber nachlesen in „Ergriffen von der Liebe Gottes“ von Heidi Baker und Shara Pradhan. Ich weiß auch die Details nicht mehr (sehr schlecht, wenn man was im Internet veröffentlicht ), aber die Geschichte fand ich so hammer, dass ich sie euch trotzdem aus meiner Erinnerung paraphrasiere.

Heidi und ihr Mann Rolland haben eine wirklich hammer Arbeit unter den Waisenkindern und Menschen in Mosambik, die das gesamte Land verändert. Eines Tages näherte sich der Küste Mosambiks ein Sturm (oder war‘s ein Hurrikan oder ein Tornado, so was in der Art halt) und wegen der Tsunami-Warnung wurde das ganze Küstengebiet zur Evakuierung aufgefordert. Alle flohen vom Ufer weg ins Landesinnere.

Nur Heidi und ihr Team nicht. Sie fuhren in der entgegengesetzten Richtung zum Strand. Man konnte den Sturm über dem Meer sogar sehen. Dort beteten sowas in der Art wie, dass Gott stärker ist als der Sturm und keine Zerstörung über Mosambik kommen sollte. (Sorryyy, ich weiß die Details wirklich nicht mehr.) Auf jeden Fall verschwand der Sturm einfach so, was sogar auf den Radarschirmen der Wettermenschen zu sehen war. Erklären konnte es sich keiner. Alle evakuierten Menschen konnten in ihre Häuser zurückkehren, niemandem geschah etwas und es wurde auch nichts zerstört.

Bäm, oder?

Die Schöpfung wartet auf uns

Ich finde, Römer 8,22-23 erklärt das perfekt:

 

Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.  Aber auch wir … seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.

 

Hier steht, die Schöpfung seufzt (schickt Tsunamis und Erdbeben) und wartet darauf, dass die Söhne Gottes offenbar werden – dass wir checken, wer wir sind und wer unser Vater ist! Und unser Vater ist keiner, der einen Sturm übers Meer schickt um ein Land in Not zu stürzen, halloooo?

Heidi und ihr Team wussten, wer sie waren und wer ihr Vater war und dass es ihr Job war, als seine Botschafter den Himmel auf die Erde zu bringen. Jesus stillte den Sturm – sie stillten den Sturm.

Ich lieb das so!!! Ich will das auch. Ich glaub echt, dass wir die Lösung für die Probleme der Welt sind. Wir müssen checken, wer wir sind. Wir müssen unseren Vater kennen. Wir müssen die Kraft kennen, die in uns ist. (Epheser 1,19-20) Und wir sind als seine Botschafter dafür verantwortlich, dass Jesus, wenn er wiederkommt, hier Zustände findet wie im Himmel.

Identität ist der Schlüssel, wie sich Gottes Reich durch uns ausbreitet

Und damit wären wir schon beim Thema, wie das funktionieren soll, dass sich Gottes Reich durch uns ausbreitet: Identität.

Wenn wir wissen, wer wir sind, und wer unser Gott ist, meine Güte, wer kann uns dann stoppen? Wer würde uns stoppen wollen, es gibt doch nichts Besseres, als Gott zu begegnen und es gibt nichts Besseres, als unter seiner Regentschaft zu leben (Stichwort Friede, Freude, Gerechtigkeit)!

Alles, was wir tun, fließt natürlich aus unserer Identität als Söhne und Töchter Gottes heraus, und nicht aus unserer Anstrengung.

Das ist, finde ich, ein Thema, das mehr Raum verdient, deshalb werde ich hier nicht in der Tiefe darauf eingehen. Mir reicht’s erstmal, wenn wir unseren Blickwinkel und unsere Gebete verändern von „Gott, bitte mach, dass …“ zu „In der Autorität als deine Tochter erkläre ich, dass …“.

Gott ist nicht der, der alles im Griff hat. Es geschieht nicht sein Wille überall auf der Welt. (Sonst hätte sich Jesus das „dein Wille geschehe“ im Vaterunser sparen können.) Aber wir sind Gottes Hände und Füße auf der Erde. (Sein Leib = sein Körper.) Jesus hat uns sein Königreich übertragen. (Lukas 22,29) Es ist unser Job, in seiner Kraft den Himmel auf die Erde zu bringen, seinen Willen geschehen zu lassen und die Schöpfung von ihrem Seufzen zu befreien.

Und um das tun zu können, müssen wir wissen, dass seine Kraft in uns steckt. Und wir müssen noch viel mehr wissen, wie sehr wir geliebt sind. Und wir müssen wissen, wie gut unser Vater ist!

Darin will ich wachsen und darin will ich laufen. Und damit will ich die Welt verändern und den Himmel auf die Erden bringen. Hat noch jemand Bock auf sowas? 🙂

Ich will checken, wer ich bin

Zum Schluss noch ein Gebet von Paulus, das ich immer wieder bete:

 

Ich höre ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen.

Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt,

  • zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid,
  • wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist
  • und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns ist, die wir glauben durch die Wirkung seiner mächtigen Stärke. (Mit ihr hat er an Christus gewirkt, als er ihn von den Toten auferweckt hat.)

– Epheser 1,16-20

 

Ich mag dich ermutigen, wenn du das auch willst, dass du dieses Gebet immer wieder vor Gott bewegst.

Mögen wir gemeinsam immer mehr erkennen, welche Hoffnung wir in uns tragen, wie herrlich unser Erbe ist und vor allem wie groß die Kraft in uns drin ist. Das ist meine Sehnsucht.

Und danach stoppen wir gemeinsam die Stürme, heilen die Kranken und lernen, wie Liebe wirklich aussieht. 🙂

2 thoughts on “Kingdom II – Es ist unser Job, die Erde zu verändern

  1. Ich mag den Vergleich mit dem Botschafter 🙂

    Aber einen Satz finde ich ein bisschen missverständlich: „Gott ist nicht der, der alles im Griff hat. Es geschieht nicht sein Wille überall auf der Welt.“ (Also den zweiten Satz hast Du ja erklärt, aber magst du den ersten nochmal erklären? – Kann man so oder so auslegen)

    1. Hi Ant,

      Danke für deinen Kommentar! Love it! 🙂

      Ich glaub, ich weiß, was du meinst mit missverständlich… vielleicht? 🙂 Also, mit „Gott ist nicht der, der alles im Griff hat“ meine ich:

      Basics: Ich glaube definitiv, dass Gott allmächtig ist. Und ich glaube auch, dass ich in seiner Hand bin und dass ich da safe bin.

      Aber ich habe in letzter Zeit meine Sichtweise verändert, was das angeht, dass Gott immer und überall die Fäden in der Hand hat. Früher dachte ich, Gott steckt hinter allem, was passiert, und es kann nichts passieren, wogegen Gott was hätte.
      Mittlerweile glaube ich, dass genug Dinge passieren, hinter denen Gott nicht steckt (die nicht seinem Willen entsprechen). Und er hätte theoreeetisch eingreifen können (weil er mächtig ist), aber praktisch hätte er’s nicht können … weil das z.B. unsere Würde als Menschen verletzt hätte (dass er uns das Recht gibt, selbstständig dumme Entscheidungen zu treffen, die wir dann auch selber ausbaden dürfen*) oder wo kein Mensch zur Verfügung stand (keiner von seinem Leib), sodass er durch diese Söhne/Töchter Gottes die Geschichte hätte verändern können. Weisch, wie ich meine??

      Ich glaube, manche Dinge geschehen, von denen Gott sagt: „Waaaaas passiert da???“ In Jeremia 32,35 klagt Gott über die Sünden vom Volk Israel und meint (mit meinen Worten): „Ihr habt sogar eure Kinder geopfert, ihr Wahnsinnigen! Das würde mir niemals in den Sinn kommen! Was für eine gestörte Idee war das???“ Das war ne Situation, die Gott „nicht im Griff hatte“, auf die er nicht mal gekommen wäre, dass die Leute mal sowas tun würden.

      * Andererseits (und ich denke, da sind wir einer Meinung) hat Gott immer ne Lösung für jedes Problem und jedes Unheil, das passiert. Das ist ja das, was Jesus gebracht hat mit der Gnade, dass da, wo die Sünde groß ist, noch viel mehr Gnade drin ist (Römer 5,20).
      Im Prinzip will ich sagen: Gott hat zwar nicht alles „im Griff“ (= es geschieht nicht überall sein Wille), aber er hat aus jeder Situation nen Ausweg parat und für jedes Problem eine Lösung und für jedes hoffnungslose Lage Hoffnung und Zukunft und für jede Sünde Vergebung. Es kommt halt drauf an, ob wir das auch wollen. Ob wir umkehren, wenn wir dran schuld sind. Oder ob wir in unserer Stellung als seine Kinder das Himmelreich auf die Erde bringen.

      Hab ich das getroffen, was du gemeint hast?? <3 <3

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