Die 100-Träume-Challenge (Teil 2)

Sooo, ich hab jetzt meine Liste neu sortiert und die 126 Träume, die noch übrig waren, nachdem ich Doppeltes weggestrichen habe, nach Kategorien eingeteilt. Ist wesentlich übersichtlicher. 😀

126 klingt vielleicht nach viel, aber ganz ehrlich, als ich so drübergelesen habe, dachte ich: Das reicht niemals. Ich habe 13 Träume in der Kategorie „Reisen“ (zwei davon schon erfüllt) und 38 in der Kategorie „Zeug, das ich mal tun will“ (zum Beispiel Skifahren lernen oder Skydiven lernen, sechs davon schon erfüllt), aber nur 10 in der Kategorie „Ministry“, das heißt, was ich Gott durch mein Leben auf der Erde tun sehen will.

Warum es Sinn macht, seine Träume aufzuschreiben

Man findet die Blockaden

Und da war auch schon mein erstes schwarzes Schaf. Ich finde, wenn man seine Träume aufschreibt, stößt man auf Dinge, die einem vorher nicht so bewusst waren. Vielleicht ist dir aufgefallen, dass dir schwerfällt zu träumen (weil du dich nicht traust oder weil du schon enttäuscht wurdest oder weil du glaubst, in dir steckt nichts Besonderes – Irrtum, übrigens 🙂 ) oder vielleicht ist dir aufgefallen, dass du dir noch nie Gedanken über deine Träume gemacht hast.

Nun ja, mir fiel auf, dass ich mir wenige Gedanken über meine Träume zu meinem Ministry gemacht habe. Bis jetzt hab ich’s einfach auf mich zukommen lassen … es wird ja schon passieren. Und jep, manche Dinge kann man nicht hervorzwingen – wo wir schon beim nächsten Punkt wären – aber wenn man nicht weiß, wo man hinsteuert, kann man auch keine Entscheidungen treffen, die einen zu diesem Ziel führen. Versteht ihr, wie ich meine? Ich werde mich also mal bei einem Spaziergang diesem Thema widmen, weil ich glaube, nicht zu träumen, blockiert mich davon, ein erfülltes Leben zu haben und in meiner Berufung zu leben.

Es hilft, Entscheidungen zu treffen

Ganz am Anfang, als ich die Liste zum ersten Mal angelegt habe, war einer meiner Träume Skydiven zu gehen. Das fand ich schon immer total abgefahren, und jedes Mal, wenn ich Fotos davon gesehen habe oder von jemandem mit einem Fallschirm, hat so eine kleine sehnsüchtige Stimme in mir gerufen: „Aaach, ich würde das auch so gern machen!!“

Zeitpunkt

Also, rauf damit auf die Liste. Kurze Zeit später sage ich zu meinem Bruder: „Einer meiner Träume ist es, irgendwann mal Skydiven zu gehen.“ Darauf er: „Ich komm mit.“ Und ich: „Waaa…? Echt jetzt?“ Und er so locker: „Ja, ich komm mit.“ Puh, ist mir kurz das Herz in die Hose gerutscht. Mist. Ich hab keine Ausreden mehr. 😀 Aber ich will das so oder so machen, warum sollte ich noch 10 Jahre auf den „besseren Zeitpunkt“ warten? Also angerufen, hingefahren, gesprungen. Traum abgehakt.

Mirjam, das ist jetzt aber nicht so der wichtige Traum.

Ansichtssache. 😉 Es war mir auf jeden Fall eine fette Lehre. Hätte ich den Traum nicht aufgeschrieben, wäre mir nicht bewusst gewesen, wie wichtig er mir ist. Dann hätte ich nicht darüber geredet und ich hätte auch keine Entscheidung getroffen, ihn jetzt in Angriff zu nehmen, sondern hätte immer nur auf einen „besseren Zeitpunkt“ gewartet. Gecheckt? 🙂

Es macht dankbar

Jedes Mal, wenn sich ein Traum erfüllt hat, hake ich ihn ab, freue mich und habe einen Grund mehr, Gott zu preisen. Über die Liste der erfüllten Träume zu gehen, macht wirklich dankbar und zeigt einem, welchen Weg man zurückgelegt hat.

Wie groß träumst du?

Ein Punkt, der mir noch wichtig ist, ist die Frage, wie groß unsere Träume sind.

Wenn deine Träume mit dem Alter von 40 Jahren aufhören (Heiraten, Haus, 2 Kinder), dann hast du zu klein geträumt. Von einer Familie zu träumen ist super. Tu ich auch. (Das ist allerdings ein Traum für einen „besseren Zeitpunkt“. Lol. 😆 ) Aber wenn das alles ist, dann wirst du mit 40 ein Problem haben.

Ich mag dich mal herausfordern, mit deinen Träumen an die Grenzen deiner Vorstellungskraft zu gehen. Weil: Wir haben einen großen Gott. Übersteigt das, was Jesus geschafft hat, deine Vorstellungen? Dann denk mal darüber nach, dass er sagte, wir würden Größeres tun als er. (Johannes 14,12)

Wenn ich erzähle, dass ich mal noch Tote auferwecken will, dann sind die Reaktionen meistens sowas wie: „Boah, krass. Echt jetzt? Völlig abgefahren. Du bist ja crazy drauf.“ Ehrlich gesagt: Ich staple tief. Immerhin hat Jesus 2 Tote auferweckt, also sollte ich mindestens 3 auferwecken. 😉 Jaaa, das ist jetzt nur ein Beispiel, das dazu dient unsere Vorstellungskraft zu dehnen.

Ich möchte, dass die Größe meiner Träume die Größe meines Gottes widerspiegelt. Du so? 😉

Die Liste verändert sich

… und das ist okay. Als ich nach einiger Zeit wieder über meine Liste drübergelesen habe, waren mir manche Dinge, die ich vor 2 Jahren aufgeschrieben habe, nicht mehr wichtig, dafür sind mir andere Dinge ins Auge gesprungen, weil sie genau das treffen, was mir gerade auf dem Herzen ist.

Ich sehe das als einen Prozess, den Gott mit mir geht. Ich schreibe auf, 1. worauf ich Bock habe, und 2. wofür mein Herz leidenschaftlich brennt. Und diejenigen Träume, die nicht wirklich in meinem Herzen sind oder die grade nicht dran sind, die werden mir unwichtiger.

Gott die Träume geben

Das ist ist so ein automatischer Prozess. Was ich allerdings gerne bewusst mache, ist, dass ich Gott meine Träume gebe. „Hier, Gott, so sehen meine Träume aus. Mach du was draus.“ Und er macht es wirklich.

Einer meiner Träume war es, Bücher von Englisch nach Deutsch zu übersetzen. Ich wollte das nicht studieren und 8 Stunden am Tag machen – zu trocken für mich. Aber so nebenher, gechillt, von zu Hause aus – das war mein Traum. (Ich hab auch bei jedem aus dem Englischen übersetzten Buch im Impressum den Namen des Übersetzers gesucht, falls ich ihn kennen würde, was nie der Fall war. 😀 Wie gestört ist das, oder? 😆 )

Ja, wisst ihr. Es ist tatsächlich passiert. Voll abgefahrene Geschichte, die ich niiiiiiiiiemals selbst so machen hätte können. (Ich sollte wirklich mal anfangen, meine Stories zu posten, weil die Story ist nämlich echt geil. 😀 ) Und jetzt hab ich bisher für einen Verlag zwei große und ein paar kleine Bücher übersetzt, ohne dass ich das jemals studiert hätte. Kann man nicht machen. Kann man nur Gott danken dafür. 🙂

Ach so. Manche Träume kann man selbst nicht hervorbringen (die großen Träume). Aber man kann Schritte dafür unternehmen  und sich darauf vorbereiten (zum Beispiel im Englischunterricht aufpassen und mal im Ausland leben). Damit geht’s zum nächsten und letzten Punkt:

Actionplan

Nachdem wir unsere Liste angelegt haben, was tun wir damit?

  • Markiere die 5 wichtigsten Träume.
  • Lege, wenn möglich, einen Zeitrahmen für jeden Traum fest.
  • Und jetzt das wichtigste:
    Schreibe dir zu jedem Traum konkrete Schritte auf, die dich näher an die Erfüllung dieses Traums bringen.
    Es ist schön, groß zu träumen. Aber es bringt nichts, wenn man nichts unternimmt, um diese Träume in Erfüllung kommen zu sehen. Was können wir tun? Wie können wir uns vorbereiten auf diesen Traum, wenn wir ihn selbst nicht hervorbringen können? Oder ist eigentlich alles schon bereit und wir warten nur auf den mystischen„besseren Zeitpunkt“? 😉
  • Bleib mit Gott im Gespräch. Zieh immer mal wieder die Liste raus. Lies sie durch. Passe sie an. Ergänze sie. Und bleib in der Hoffnung. 🙂

Mehr Stoff

Ich hab jetzt nicht den Anspruch, alles abzudecken, was es zum Thema Träume zu sagen gibt. Ich hoffe, ich habe dich ein bisschen ins Nachdenken gebracht (mich selber habe ich immerhin zum Nachdenken gebracht 😆 ) und angestoßen, rauszufinden was in dir steckt.

Wenn du gern noch mehr dazu hören magst, dann kann ich dir diesen Impuls von Danny Silk sehr empfehlen: To Dream Again. (Ist halt auf Englisch, aber falls du’s nicht verstehst, bitte einfach Gott, dass er dir nen Download für American English Listening Comprehension gibt. 😉 Ich kenn Leute, die das gebetet haben, und es hat funtioniert. 🙂 )

Seid voll gesegnet zu träumen und mehr zu tun, als ihr euch gerade vorstellen könnt! Eure Mirjam 🙂


Beitragsbild: Llywelyn Nys