Die 100-Träume-Challenge (Teil 1)

Heute gibt’s keinen Blogeintrag im eigentlichen Sinne, sondern eine kleine Challenge. Ich erklär’s kurz und dann bist du dran.

100 Träume … geht’s noch?

Welche Träume hast du? Ich meine nicht die Träume nachts im Schlaf, sondern: Was sind deine Träume im Leben? Und kannst du 100 aufschreiben?

Als ich diese Frage das erste Mal gehört habe, dachte ich: „Whaaat? 100 Träume aufschreiben? Geht’s noch? Ich kriege vielleicht fünf hin, und wenn ich mich anstrenge zehn. Wie soll ich 100 Träume für mein Leben aufschreiben können?“

Aber ich hab’s versucht. Ich bin tatsächlich auf 15 gekommen und mit ein bisschen Inspiration hatte ich am Ende ungefähr 20.

Wie sieht das bei dir aus? Wie viel träumst du? Und wie groß träumst du?

Warum ist es so wichtig, Träume zu hegen?

  1. Wir wurden geschaffen um zu träumen und Träume wahr werden zu lassen.
  2. Unsere Träume zeigen, was in uns steckt.
    Man kann auch ein bisschen anhand der Gaben / Talente, die wir haben, sehen, was in uns steckt. Aber Gaben sind nur ein kleiner Bruchteil von dem, wer wir sind. Außerdem hat keiner von uns längst alle seine Talente entdeckt. Und außerdem zweitens sind Gaben nur die Werkzeuge, mit denen wir leichter ans Ziel gelangen. Aber Träume sind der Motor, der uns antreibt.
  3. Ohne Träume, ohne Visionen haben wir keine Richtung im Leben. Wir leben nur um zu leben, aber entfalten nie unser Potenzial, noch verändern wir die Welt.
  4. Träume helfen uns, das Leben „von hinten“ zu leben. Was möchte ich einmal nicht bereuen, wenn ich 90 Jahre alt bin und auf mein Leben zurückschaue?
  5. Ohne Träume geht ein Teil von uns drauf. („Wenn keine Offenbarung [oder Vision] da ist, verwildert ein Volk…“ – Sprüche 29,18)
  6. Alles beginnt mit einem Gedanken, bevor es Realität wird. Wo keine Gedanken sind, gibt es keine neue Realität.
  7. Gott träumt auch: „Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren.“ – Jeremia 29,11
    Gott hat Träume für unser Leben, die voller Zukunft und Hoffnung sind. Hast du auch Träume voll von Zukunft und Hoffnung für dein Leben?
  8. Nicht zu träumen ist wie auf einer kleinen Insel zu stehen und zu sagen: „Ich steige nicht in das Boot und fahre auf dem Ozean herum, weil ich schon weiß, wie sich das Land anfühlt“, und dabei Möglichkeiten nicht zu erleben, die sich auf der anderen Seite des Horizonts auftun.

Warum wir nicht träumen

Der Grund, warum es mir schwerfiel, meine Träume aufzuschreiben, war: Ich hatte kaum welche. Und die, die ich hatte, waren sehr vage. Warum fiel es mir so schwer, meine Träume aufzuschreiben?

  • „Hör auf zu träumen – das Leben ist kein Ponyhof.“ Alle Kinder haben den Kopf voller Träume und Phantasien, bis ihnen gesagt wird, sie sollen keinen Unsinn denken, mit dem Kopf anwesend sein und ihr Gehirn einschalten.
    Wir werden nicht herausgefordert zu träumen, sondern rational zu denken. Ich liebe rationales Denken. Aber rationales Denken hat seine Grenzen. Manchmal muss man irrational Denken, um weiterzukommen.

    „Es macht keinen Sinn, davon zu träumen.“ – Egal!
    „Das wird eh nie passieren.“ – Kannst du nicht wissen!  🙂
    „Es klingt total bescheuert.“ – Na und?! 🙂

  • Wir trauen uns nicht. Träume sind ein Risiko. In der Bibel steht: „Langes Warten macht das Herz krank, aber wenn Träume wahr werden, herrscht Leben und Freude.“ Wer träumt, geht das Risiko ein, dass der Traum nicht in Erfüllung geht. Manchmal ist es leichter, nicht zu träumen, um keine Enttäuschung verkraften zu müssen. Leider erwacht ein Teil unseres Herzens dann nicht zum Leben. Wir korrumpieren damit unsere Berufung.
    Marie von Ebner-Eschenbach sagte dazu mal:

„Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.“

  • Ich hatte außerdem wenige Träume, weil ich dachte: „Ich weiß ja nicht, ob es gut ist, so zu träumen. Und vielleicht gefällt Gott das nicht.“
    Voll der Nonsens. 😀 Zum Glück kann man immer mal wieder seine Meinung ändern. 😆 Ich glaub, dass Gott Träume in unser Herz legte, als er uns geschaffen hat. Und zudem haben wir ja schon besprochen, dass wir einfach loslaufen dürfen, und falls es Anpassungsbedarf gibt, meldet Gott sich schon. 🙂 Das war bei mir bisher auch so.

Die Challenge

Am Anfang fiel es mir total schwer, Träume zu finden und in Worte zu fassen. Aber mittlerweile habe ich schon über 100, und schon festgestellt, dass es sich seeeehr lohnt zu träumen und diese dann aufzuschreiben.

Wie sieht das bei dir aus? Hast du dich schon mal entschieden, wieder zu träumen oder die Träume deines Herzens wieder auszugraben? Oder vielleicht musst du deine Angst hinter dir lassen, dass du enttäuscht wirst oder dass du „was Falsches“ träumst – so wie ich.

Kriegst du 100 hin? 🙂 Das ist meine Challenge.

Wenn du Inspiration brauchst, scroll weiter runter, da habe ich einen Ausschnitt aus meiner Liste gepostet, die ich vor einigen Jahre erstellt und immer wieder ergänzt habe. Ich mag die mal noch überarbeiten, das mache ich bis zum nächsten Artikel, und du kannst solange deine eigene schreiben, okay? 😉

Ach so, wenn dir nicht viel einfällt, dann bitte Gott doch einfach, dass er dir zeigt, welche Träume in deinem Herzen sind, von denen du noch keine Ahnung hast. Das ist ein zu 100% erhörtes Gebet.


Im nächsten Artikel überlegen wir uns, was wir mit diesem Haufen Träume machen, und ich erzähle euch ein paar von meinen Erfahrungen. Freu mich, wenn ihr wieder draufklickt. 🙂 Ansonsten lasst mir nen Comment da, was ihr denkt. Das würd mich riiiiesig freuen.


Beitragsbild: Andrew Branch


Meine Liste

Der Ausschnitt aus meiner Liste ist chronologisch, thematisch und prioritäten-technisch unsortiert und soll euch nur zur Inspiration dienen, was man alles so draufschreiben kann.

  • einen Blog starten
  • mit dem Blog mal Geld verdienen
  • Skydiven gehen
  • in einem Heli fliegen
  • sehen, wie Kranke geheilt werden
  • selber für Kranke beten und die werden dann geheilt
  • komplett geheilt sein
  • mal im Geist reisen so wie Philippus
  • mal mit der Gitarre Lobpreis leiten
  • eine Tanzgruppe für Jugendliche/Kiddos leiten, die Spaß macht und Werte vermittels
  • mal was richtig Geiles gewinnen (ne tolle Reise oder nen Haufen Geld 😀 )
  • die Menschen nur noch durch Gottes Augen sehen und klar erkennen wer sie sind, was in ihnen steckt das Gold aus ihnen herausrufen können
  • durch die Lüneburger Heide wandern
  • spontan einen Urlaubspiraten-Deal machen
  • im Schlafwagen nach Italien fahren … oder generell mal eine Tour durch Italien machen
  • Bücher übersetzen
  • selber Bücher schreiben
  • Menschen inspirieren und ermutigen
  • Tote auferwecken
  • Gottes Stimme mal mit meinen physischen Ohren hören
  • viel fliegen und reisen
  • auf Wolken hüpfen
  • tauchen lernen
  • in Korallenriffs tauchen
  • die Sterne sehen, direkt bevor ich einschlafe (ist schwierig, wenn man 6 Dioptrien hat)
  • Deutschland mal ne Fußball-WM gewinnen sehen
  • es mir leisten können, Essen zu gehen
  • nicht aufs Geld schauen müssen
  • Bass spielen lernen
  • auf nem Kamel reiten
  • auf nem Elefanten reiten
  • mal nach Israel gehen
  • im Toten Meer baden
  • eine CD aufnehmen mit Musik, die den Himmel auf die Erde bringt und Menschen nur durchs Zuhören ermutigt
  • bei der Produktion eines Filmes hinter die Kulissen schauen
  • selber einen Film produzieren …
  • … dolmetschen
  • backpacking gehen
  • den Sonnenuntergang auf einer Südsee-Insel angucken
  • durch Schottland wandern
  • neue Sprachen lernen
  • Sprachen vom Himmel „geschenkt bekommen“
  • einen Ort schaffen, wo Gottes Gegenwart wohnen kann
  • dass die Gemeinde wieder ein Ort ist, wo die Menschen hinströmen, weil wir den lebendigen Gott sichtbar machen
  • dass Menschen durch mein Leben sehen, wie sehr Gott sie liebt und wie gut Gott ist
  • ein Baumhaus haben
  • einen Apfelbaum, einen Zwetschgenbaum und einen Haselnussstrauch besitzen
  • Einfluss haben und damit umgehen können
  • lieben lernen, wie Jesus geliebt hat

2 thoughts on “Die 100-Träume-Challenge (Teil 1)

  1. O ja, ich konnte einmal sehr groß träumen.
    Oh wie groß war doch der Traum meiner Berufung und
    der Traum von dem großartigen Dienst,
    in den Gott mich einst stellen würde.
    Wie genial war es, wenn sogenannte Propheten mir immer wieder sagten:
    Gott hat Großes mit dir vor. Warte nur ab…
    Nach 29 Jahren habe ich allerdings bemerkt,
    dass es letztendlich wohl doch nur fromme Wunschträume waren.
    Tja, da hieß es Abschied nehmen. Schock,
    ich habe 29 Jahre auf ein Hirngespinst gewartet.
    Ich habe 29 Jahre lang alle meine wichtigen Lebensentscheidungen
    an einem Hirngespinst festgemacht.
    Klingt schon toll, „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes…“,
    nur eben etwas schwierig, wenn sich das im Nachhinein
    als eine pure Wunschträumerei herausstellt…

    1. Hey lieber Mr.BB,

      also erstmal finde ich es total wertvoll, dass du dein Herz hier so offen teilst. Danke! Hut ab für alle deine Hingabe über so lange Zeit! (Ich bin noch nicht mal so alt wie du schon mit Gott unterwegs bist…)

      Wenn ich lese, was du schreibst, dann sehe ich da viele zerbrochene Träume und unerfüllte Hoffnungen. Das tut mir echt Leid, weil ich glaube nicht, dass das der Plan war. 🙁
      Es ist in der Tat ein total wichtiges Thema, das du da ansprichst: Was tun wir, wenn nichts aus unseren Träumen wird? (Oder noch heftiger, wenn wir dachten, sie seien von Gott, aber es lief ganz und gar nicht so, wie wir das erwarteten und am Ende sitzt man vor „nichts“?)
      Ich hab natürlich keine Ahnung, durch was du durchgegangen bist, aber so ein bisschen weiß ich, wie es sich anfühlt, „auf Gott zu warten, und es passiert nichts“. Immerhin sitz ich „im Glauben“ seit 5 Jahren in meinem Dorf, nur weil Gott geredet hat, und ich habe Gott 3, maximal 4 Jahre gegeben, um das hervorzubringen, was er sagte (Details durch Prophetisches bekommen, für mich selber im Herzen ein Zeugnis gehabt, dass das passt), aber die sind schon ne Weile vorbei. Das lief total anders, als ich mir das vorgestellt habe. Und ich hab auch schon mit Gott gehadert deswegen und mich beschwert.

      Aber, die Sache ist die: Ich würde es wieder so machen. Ich seh nämlich die Wege, die Gott mit mir gegangen ist in den 5 Jahren (in denen sonst nichts ins Sichtbare kam), mit meinem Herzen, wie er mich gelehrt hat und sich mir geoffenbart hat und mich gesegnet hat. Von den prophetischen Worten hat sich nur ein Teil erfüllt bisher (okay, bei mir sind’s jetzt auch „nur“ 5 Jahre, keine 29, aber trotzdem) und vom anderen Teil ist nichts zu sehen. Aber ich bin an nem Punkt angelangt, wo ich sage: Gott, Hauptsache, ich hab dich. Selbst wenn ich nichts in meinem Leben zustande bringe, selbst wenn ich oder die Propheten „falsch“ gehört haben, selbst wenn ich nur falsche Entscheidungen getroffen habe, Hauptsache, ich kann an deinem Herzen sein und zu deinen Füßen sitzen.
      Selbst wenn ich hier scheitere (und ganz ehrlich: das ist nicht so abwegig), bin ich schon erfolgreich, weil ich Gottes Liebe habe. Berufung ist geil, aber lieber hab ich keinen Dienst und keine Berufung und dafür Intimität mit Gott, als dass ich mords den Einfluss habe und mega „Reich Gottes baue“, aber dafür sein Herz nicht kenne und keine Intimität habe. Das ist das, was „nach dem Reich Gottes trachten“ für mich heißt.

      Ich weiß nicht, ob das alles Sinn macht für dich, und ich hoffe ganz arg, dass ich dich nicht vor den Kopf stoße mit meinem Optimismus.
      Weißt du, ich glaube eigentlich, dass du diesen Kommentar gepostet hast, weil Gott an deinem Herzen dran ist, und weil er sich nach dir sehnt und dich vermisst – eure Intimitätszeiten … ganz abseits der Berufungsträume. Ich glaube, dein Herz ist ihm so viel kostbarer, als du es dir vorstellen kannst, und er ruft dich zurück zu sich, er läuft dir nach, will deinen Schmerz teilen, dein Herz heilen, deine Enttäuschung weglieben. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass dein Herz für ihn sooo viel wichtiger ist, als alles, was du jemals für ihn tun könntest. Für die Wahrheit dieses Satzes würde ich sterben.

      Ich frage mich manchmal: Was ist wirklich ein großartiger Dienst? – Ist es, tausende Menschen zu retten, zu erreichen oder zu inspirieren? Oder ist es, im verborgenen Kämmerchen zu Jesu Füßen zu sitzen und zu sagen: „Scheiße Gott, keine Ahnung, was passiert ist, aber hier bin ich – lieb mich.“ Ich würde vorschlagen, Letzteres. Man denke nur an die Frau mit dem Alabasterfläschchen, deren Dienst Jesus so geehrt hat, dass er sagte: „Ich werde dafür sorgen, dass alle mitkriegen, wie sehr mich diese Frau liebt.“
      Ich glaube, die Größe eines Dienstes lässt sich nicht in Zahlen messen, Gott beurteilt Größe ganz anders. Okay, es ist geil, mega den Einfluss zu haben und die Welt zu verändern, und ich glaube auch, dass das Teil jedes Sohnes und jeder Tochter Gottes ist (und ich will das). Aber die noch viel größere Berufung ist doch, an seinem Herzen zu sein, bei ihm zu sein.

      Aber mal ganz abgesehen davon, dass Gott Größe anders definiert als wir: Vielleicht waren nicht alle prophetischen Worte, die du bekommen hast, spot-on, und vielleicht ging’s nicht nur ums darauf-warten, sondern auch ums aktiv-werden (vielleicht auch nicht). Aber egal: Ich glaube von ganzem Herzen, dass da nicht alles ein Hirngespinst war! Wer ist denn unser Gott? Hat er große Gedanken über uns oder Kleine? Ich glaube, dass es völlig normal ist, dass Gott Gedanken über uns hat, die unsere Vorstellung übersteigen. Keine Ahnung, wie alt du bist, aber eins kann ich dir sagen: Das war’s nicht. Du bist noch nicht fertig. Vielleicht musstest du erstmal alles verlieren, damit du dann weißt, dass du es geschenkt bekommen hast, wenn es eintrifft, wer weiß? Gott sagt öfter mal zu mir: „Get your hopes high. Bin ich ein kleiner Gott oder ein Großer?“ Und das erinnert mich daran, dass seine Möglichkeiten unbegrenzt sind. Wie krass, oder? Ich hab keine Ahnung, wie es gehen soll. Aber ich muss es auch nicht. Ich häng mich einfach an sein Herz ran.

      Ich weiß, dass es echt ein schmerzhafter Prozess ist, sich aus dem Tal der Enttäuschung und Entmutigung zu verabschieden und wieder auf den Berg der Hoffnung zu steigen, aber ich glaub, es kommt auch nicht so sehr darauf an, dass du sofort alle deine prophetischen Worte wieder annimmst, sondern es kommt darauf an, dass du dich zurückrufen lässt an das Herz dessen, der dich über alles liebt. Du bist so total über alles geliebt!!! Der Herr sehnt sich nach dir. Und wer könnte besser die Scherben unseres Herzens zusammenbauen als der, der unser Herz ins Leben geliebt hat?

      Jetzt hab ich dich ganz schön zugeschwallt. Vielleicht macht nicht alles Sinn, und ich hoffe sehr, dass du dich nicht an meinen Worten stößt. Ich wünsche dir so, dass du in allem nicht-Verstehen Gott wieder als den erfährst, der um dein Herz wirbt und der dich ins Leben liebt. Mann, gib nicht auf, okay? Komm zurück in die Hoffnung. Bitte.
      Und wer weiß, vielleicht treffen wir uns mal am Ende unseres Lebens und schauen zurück und staunen, wie gut Gott es mit uns gemeint hat, grade in den Zeiten, die uns jetzt noch ein Rätsel sind. 🙂 Ich glaub das total. Aber bis wir dahin gelangen, lass uns unsere Zelte bei der Hoffnung aufschlagen, unter dem Baum vom Hohenlied 2,3.

      Herzlichste Segensgrüße und allen meinen Respekt für alles, wo du durchgehst!! Die Liebe und Gnade vom Vater sei mit dir!
      Mirjam

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