Wie kann ich Gottes Willen herausfinden? (Teil 2)

Meine Lieben, ich schmeiß hier nochmal nen Gedanken rein zum Gottes Willen rausfinden. Eigentlich ist das Thema nicht so kompliziert, dass man zwei Blogeinträge dafür bräuchte, aber manchmal macht es unser kleines Gehirn komplizierter als es ist 😀 und daher war ich so frei, nochmal was über das Thema zu posten.

Ich glaube, wir sind oft so frustriert, wenn wir Gottes Willen rausfinden wollen, weil die Bibel so wischiwaschi dazu ist. Seien wir mal ehrlich: Hätten wir nicht gerne nen Big Boss, der uns sagt, was genau wir tun sollen, damit wir auf der sicheren Seite sind? (Vielleicht geht’s dir nicht so, das ist super.) Aber haben wir nicht so ein biiischen zumindest die Vorstellung, Gott ist so drauf, dass er uns Schritt für Schritt sagt, was zu tun ist? Und waren wir nicht alle irgendwann mal genervt, weil es nicht so funktioniert hat? 🙂

Wir verstehen uns? 🙂

Aus diesem Grund dachte ich, ich beleuchte das Thema nochmal aus einem anderen Blickwinkel, und zwar aus einem meiner Lieblingsblickwinkel, Santa Biblia.

Be happy ­– plaudere mit Gott – sag Danke

Im gesamten Neuen Testament gibt es nur drei (!) Stellen, in denen genau steht, was Gottes Wille ist. Die Erste ist mein favourite:

 

Seid immer fröhlich. Hört nicht auf zu beten. Was immer auch geschieht, seid dankbar, denn das ist Gottes Wille für euch, die ihr Christus Jesus gehört. – 1.Thessalonicher 5,16-18

 

Ich paraphrasiere das mal:

1. „Seid immer fröhlich“

Es ist der Wille Gottes für dich, dass du immer gut drauf bist. Egal was passiert: Gott will, dass du nicht fertiggemacht wirst vom Leben, sondern darüber stehst. Gott will, dass dir die Freude nie abhanden kommt. (Ich denke, es ist klar, dass dieses „immer fröhlich sein“ nicht als ne Maske gemeint ist, die wir uns aufsetzen, wenn wir in die Gemeinde gehen und so tun, als ob wir immer fröhlich sind. Sondern dass es ein echtes „immer fröhlich sein“ ist. 😉 🙂 )

2. „Hört nicht auf zu beten“

Gott will gerne immer im Gespräch mit dir sein. Dein Papa, liebt es, mit dir zu reden.

3. „Seid dankbar“

Und dann wär’s noch gut, wenn du dir ne positive Einstellung antrainierst und dankbar bist, für das was du hast, statt zu nörgeln, was grade nicht so läuft.

Krasse Erkenntnis hierzu:

Gottes Wille für dein Leben ist eine Einstellung, mit der du lebst, kein Dienstanweisungsplan.

Bingdingdong, sprengt das dein Gottesbild auch? 😀

Gut – wohlgefällig – vollkommen

Die zweite Stelle knüpft genau da an:

 

Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des [Denkens], dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. – Römer 12,2

 

Hier geht’s wieder nicht darum, ob wir jetzt „die eine richtige Entscheidung treffen, die Gott von uns will“. Wir kriegen nur eine Richtschnur: Etwas entspricht dem Willen Gottes, wenn es erstens gut ist, zweitens gut gefällt, und es drittens nichts daran auszusetzen gibt.

Lebensstil

Und letztens:

 

Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet … – 1.Thessalonicher 4,18

 

„Heiligung“ bedeutet, dass wir so leben lernen, wie es unserer Identität als Kinder Gottes entspricht.

Und das waren alle drei Bibelstellen im Neuen Testament, die uns was zu Gottes Willen sagen. Das war’s schon!!! 😯

Da könnte man jetzt sagen: „Jaaa, Gott, könntest du nicht ein bisschen konkreter werden? Woher soll ich denn wissen, was ich in genau dieser Situation (füge beliebige Lebenssituation ein) tun soll?“

Ich glaube, es gibt zwei Gründe, warum Gott manchmal nicht konkret sagt, was er will:

  1. Gott will eine Beziehung mit dir, und nicht Kommandos geben. Vater heißt er doch … nicht Oberstleutnant. 😆 😉
  2. Wir haben immer grünes Licht.

Wir haben immer grünes Licht

In Apostelgeschichte 16 gibt’s dazu zwei aufschlussreiche Verse. Paulus und sein Team waren unterwegs auf Missionsreise und hatten schon einige Kilometer hinter sich. Mitten im Gebiet der heutigen schönen Türkei, wollten sie nach Osten abbiegen, aber das ging nicht, denn …

… der Heilige Geist hatte sie daran gehindert.

Also war klar, es geht weiter Richtung Norden. Als sie sich dem Bosporus näherten, wollten sie wieder nach Osten abbiegen und in einem Kreis zurück …

 … aber auch das ließ der Geist Jesu nicht zu. ­– Apostelgeschichte 16,6-7

Dann bogen sie halt nach Westen ab, da gab’s ja auch noch ne Straße. 😆

Kleine Frage: Hat dich der Heilige Geist schon mal daran gehindert, etwas Bestimmtes zu tun?

Wenn du Nein sagst, dann liegt das nicht daran, dass du es nicht mitkriegen würdest. (Glaub mir, Gott hat genug Mittel, dir etwas zu sagen, selbst wenn du taub bist. 😀 Ich weiß, wovon ich rede. 😆 ) Ich würde vorschlagen, das liegt daran, dass du nicht losgelaufen bist!

Paulus‘ Einstellung ist der Hammer: Der läuft einfach los! Und wenn er woanders hinsoll, dann kriegt er’s ja mit vom Heiligen Geist. (Oder von den Leuten, die ihn rausschmeißen. 😆 )

Einfach loslaufen, ich hab ein grünes Licht für alles, wo ich Bock drauf hab. Und wenn die Ampel mal auf Rot schaltet, lässt es der Herr mich rechtzeitig wissen.

Das zu hören war sehr lehrreich für mich und so entspannend. (Ich kaue immer noch an dieser Erkenntnis. ) Ich glaube, ich bin oft schon auf meinen Händen gesessen und habe auf Gott gewartet, während Gott auf mich gewartet hat. 😀

Die ganze Wiese gehört mir, muhaha

Das Zweite, was mir noch sehr geholfen hat, ist dieses Bild:

Der Herr mein Hirte ist und ich bin sein Schäfchen. Er führt mich auf eine grüne Wiese und sagt dann: „Lass es dir schmecken. Was magst du lieber? Links oder rechts, die ganze Wiese gehört dir.“

Er kommt nicht und sagt: „So, Mirjam, hier ist der nächste Grashalm für dich … jetzt darfst du diesen Grashalm essen … und danach habe ich dieses Blümlein für dich ausgesucht.“

So ein Unsinn!!! 😀 Er hat mich auf eine grüne Aue geführt und jetzt liegt es an mir zu entscheiden, welches Blatt ich als nächstes mampfe und ob ich zu dem kleinen Bach auf der Wiese gehe oder erstmal die Kleeblätter abchecke. Bildlich gesprochen, versteht sich.

Gott redet konkret, aber er diktiert mir nicht mein Leben

Mirjam, heißt das, du glaubst nicht, dass Gott konkret redet?

Doch, das glaube ich total, und ich wäre jetzt auch nicht da, wo ich bin, wenn Gott nicht mal konkret geredet hätte in meiner Vergangenheit. Ich glaube auch daran, dass Gott durch prophetische Worte durch Menschen redet und ich glaube auch definitiv daran, dass Gott mich führt.

Ich schreibe hier allerdings für diejenigen Situationen, in denen wir keinen eindeutigen Wink in die eine oder andere Richtung haben. Diese Situationen gibt es viel öfter als die mit dem eindeutigen Wink. Und ich will dir mutmachen, loszulaufen, weil du „grünes Licht“ hast.

Was denkst du, warum ich diesen Blog angefangen habe? Ich habe keine Stimme vom Himmel gehört (keine Benedict-Cumberbatch-Begegnung, kicher). Und es hat auch niemand über mir prophezeit, dass ich mal einen Blog schreiben werde. Aber der Gedanke hat mich eine Weile umgetrieben, und dann bin ich einfach losgelaufen. (Okay, ich hab vorher 300 Jahre lang recherchiert, wie man bloggt. Grins. 😀 ) Und auch ohne Benedict Cumberbatch bin ich überzeugt, dass Gott was daraus macht. Und falls ich mich irre oder falls die Zeit zum Bloggen mal vorbei ist, gibt der Herr rechtzeitig Bescheid. 🙂

Ich wünsch mir für dich, dass du dich traust, loszulaufen in dem Vertrauen, dass „der Heilige Geist dich daran hindert“, nach Westen zu laufen, wenn’s nach Osten gehen soll. Die Wiese, auf die er dich geführt hat, ist riesig! Geh erkunden. Er lässt dich nicht hängen, aber dafür liebt er es total, mit dir unterwegs zu sein! Er wird die Wiese mit dir zusammen erkunden, und die Bremse reinhauen, falls was nicht passt. Er wird dich wirklich NIE hängen lassen!


Beitragsbild: Joshua Earle