Wie kann ich Gottes Willen herausfinden? (Teil 1)

Hast du dich schon mal gefragt, wie du rausfinden kannst, was Gottes Wille in einer bestimmten Situation ist?

Diese Frage ist echt schön, weil sie dein neues Herz zeigt, das du bekommen hast, als du ein Kind Gottes geworden bist und das gerne den Willen Gottes tun will im Gegensatz zum Rest vom Fest. Total schön! 🙂

Auf der anderen Seite ist diese Frage aber auch ein bisschen ungeschickt, weil, schau mal, was für Früchte (Auswirkungen) zu sehen sind, wenn man mal ne Zeit lang über einer Situation fragt: „Was sagt Gott, dies oder das? Was soll ich jetzt machen? Aah, ich weiß es nicht, Gott sag doch was!“

Man hängt fest. Und eins kann ich dir garantieren: Es ist nicht Gottes Wille, dass du festhängst und nicht mehr weiterkommst. 😀

Wirklich jedes Mal, wenn ich ein Seminar zu Gottes Stimme hören mach, rede ich mit Menschen, die in diesem Seminar sitzen, weil sie Gottes Stimme hören wollen, um zu wissen, was sie in einer bestimmten Situation tun sollen. Aber es geht nicht darum, dass du Gottes Stimme hörst, damit du weißt, was du tun sollst, sondern, damit du ihn kennenlernst!! Das ist viiiiel, viel besser!!!

No worries, ich weiß durchaus, wie sich das anfühlt, wenn man nicht weiß, was man tun soll, also, wir sind hier auf der gleichen Seite. 🙂 Aber ich hab im Laufe der Zeit ein paar Sachen gelernt, und vielleicht kannst du da für dich was Gutes rausziehen. Hier folgen ein paar Erkenntnisse, die mir so zugeflogen sind. 😉

1. Bedingungsloses Wohlgefallen

Erstens: Es ist unbegründet, zu befürchten, Gott würde seinen Segen oder seine Gunst oder seine Freude an mir zurückhalten, sobald ich eine „falsche“ Entscheidung treffe.  Begründung: Gottes Wohlgefallen an mir ist bedingungslos. Er wird nicht wütend oder enttäuscht, wenn mal was daneben geht. Ganz im Gegenteil: Er ist der größte Ermutiger. Der Erste, der einem beim Aufstehen hilft, wenn man hingefallen ist. Der, der mit uns unseren Schmerz teilt. Es ist unmöglich, seine Liebe zu verlieren.

2. Gott ist ein guter Vater

Zweitens: Was für ein Vater wäre Gott, wenn er mich einfach so einen schlechten Weg entlanggehen lassen würde, ohne mir hinterherzurennen, ein Stopp in den Weg zu legen und zu sagen: „Schatziiiii, ich hab was anderes gemeint!!“ 🙂 Tausendmal erlebt. (Okay, vielleicht nicht tausendmal. Aber oft genug, um mich drauf verlassen zu können. 🙂 )

3. Der Herr und ich sind uns von Natur aus einig

Drittens: Wenn ich Gottes Kind bin, lebt doch sein Geist in mir. Ich und der Vater sind eins (1.Korinther 6,17). Es ist also völlig natürlich, dass die Entscheidungen, die ich treffe, ohne großes aaach-was-ist-jetzt-richtig-Grübeln in Übereinstimmung mit Gottes Willen sind. (Und falls ich doch mal aus egoistischen oder furchtsamen Motiven oder aus sonstigen Gründen schlecht entscheide: Siehe „Zweitens“. 🙂 )

4. Übervorsichtigkeit hat nichts mit Reife zu tun

Viertens: Gott möchte eine reife Braut bzw. Gemeinde bzw. reife Kinder. Und es hat nichts mit Reife zu tun, wenn ich ihn so wenig kenne, dass ich für jede Entscheidung eine „Erlaubnis“ brauche.

5. Es gibt keinen Masterplan

Fünftens: Es gibt nicht DEN einen Willen Gottes für mein Leben. Scary, huh? 😀 Früher dachte ich, Gott hätte den einen Masterplan für mein Leben, und meine Aufgabe bestünde darin, rechtzeitig herauszufinden, was auf dem Masterplan steht, damit ich nicht davon abweiche. Klingt das nach Freiheit? Eher nicht.

Gott hat dich und mich einzigartig erschaffen. Er hat den Tag erwartet, an dem du geboren würdest. Er hat explosives Potenzial und überstrahlende Berufung in dich hineingelegt. Und ich glaube, jetzt wartet er gespannt darauf, was du damit machen wirst. Wirst du in deine musikalische Gabe hineininvestieren? Oder wirst du Beziehungen knüpfen, um Gottes Kinder untereinander oder um die Welt mit der Gemeinde in Verbindung zu bringen? Oder wirst du ein Unternehmen gründen und die Werte Jesu in die Geschäftswelt hineintragen? Du musst nicht lernen, die „richtige“ Entscheidung zu treffen. Du musst nur lernen, Verantwortung für dein Leben zu übernehmen.

Suchst du Rat, Hilfe, Gunst oder Promotion? Das kriegst du easy von Gott. Aber die Verantwortung für dein Leben liegt in deiner Hand.

6. Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen

Sechstens: Wenn mir alle Dinge zum Besten dienen müssen (Römer 8,28), wovor sollte ich mich fürchten? Lass das mal sacken…

Actionplan

Wenn du gerade festhängst und nicht weißt, was du tun sollst, dann hab ich hier ein paar Schritte, mit denen dein Lebensauto wieder ins Rollen kommt:

1.      Entlarve die Angst, die dich hindert, Entscheidungen zu treffen.

Frage Gott, welche Sätze in deinem Kopf dich zurückhalten, mutig zu sein. Welche Befürchtungen hast du? Wenn dir das schwerfällt, kannst du dir auch überlegen, was das Schlimmste, ist, das passieren könnte.

Ein Satz kann zum Beispiel sowas sein wie: „Wenn ich jetzt die falsche Entscheidung treffe, dann werde ich später nicht genug zum Leben haben.“

2.      Suche Gottes Wahrheit.

Wenn du weißt, was dich zurückhält, dann frage Gott, was seine Wahrheit ist. Die kann sich zum Beispiel so anhören: „Ich werde dir immer neue Wege machen, die du jetzt noch nicht mal erahnen kannst.“

3.      Ersetze die Wahrheit durch Angst.

Und dann darfst du dich entscheiden, wem du mehr glauben willst, der Furcht oder Gott. Ich rate dir gaaaanz stark zu Letzterem. 😉

Und dann lauf los. Du bist geliebt. Du kannst nichts verlieren, sondern nur gewinnen. Sei mutig! Gott ist doch mit dir. 🙂


Beitragsbild: Marjorie Bertrand