Gottes Stimme hören (Teil 6) – Nach dem Hören

Kompliment, du hast den Sprung ins kalte Wasser gewagt (oder sicherheitshalber einfach nur weitergelesen 😉 ), und ich schätze, so oder so hast du noch ein paar Fragen. Ich versuche mal, die wichtigsten abzudecken.

Es ist alles Übungssache

Mirjam, ich hab gaaaar nichts gehört.

Wie ging es dir? Vielleicht ist dir nur ein Wort in den Sinn gekommen. Oder ein Satz. Oder ganz viele Sätze. Oder ein Lied. Idealerweise hast du den Fluss gefunden und konntest ziemlich viel aufschreiben.

Oder dir ist gar nichts in den Sinn gekommen. Keine Sorge. Ich habe festgestellt, dass sich manche Leute voll leicht darauf einlassen können (schreibt der eine Junge in Alabama einfach mal 16 (!) Seiten 😮 ) und andere tun sich schwerer. (Je lockerer du an die Sache drangehst, umso leichter fällt’s dir.)

Ich hab Freunde, die die ersten Male überhaupt nichts gehört haben, wenn wir so Übungen zum Gottes Stimme hören gemacht haben. Und manche hatten ein einziges Wort, wussten aber nicht unbedingt, was sie damit anfangen sollten. Das ist aber der Anfang. Je öfter wir üben, umso mehr kommt an. Denn: Es ist alles Übungssache. Wirklich.

 

Die feste Speise aber ist für die Gereiften, deren Sinne durch Übung geschult sind zur Unterscheidung des Guten und des Bösen. – Hebräer 5,14

 

Unsere Sinne sind trainierbar. Je öfter wir üben, umso mehr checken wir, wie’s läuft. True story.

Also: Wehe, du gibst auf. 😉 Du hast jetzt eins von vielen Werkzeugen. Bleib so lange dran, bis du durchgebrochen bist. Deine Erfolgsstory wartet auf dich.

Gottes Stimme hört sich an wie du

Mirjam, ich hab durchaus was bekommen, aber das kann nicht Gott gewesen sein. Das hört sich an wie ich, was ich da aufgeschrieben habe.

Läuft bei dir. Gott hört sich tatsächlich an wie du – wenn er mit dir spricht. Und wie ich – wenn er mit mir spricht. Gott hat voll meinen Humor (oder ich seinen) – wenn er mit mir spricht. Und deinen Humor – wenn er mit dir spricht.

Johannes‘ Evangelium und Briefe haben einen ganz anderen Stil als das Evangelium von Matthäus oder die Briefe von Paulus, und die wiederum klingen anders als die von Petrus. Aber alle sind vom Heiligen Geist inspiriert.

Also, don’t worry, das passt schon.

Und mal ehrlich: Ist das wirklich von dir, was du da grade aufgeschrieben hast? Bist du wirklich so positiv, ermutigend, optimistisch und hoffnungsvoll? 😆 😉

Mit der Bibel prüfen

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Wie kann ich prüfen, ob das von Gott ist?

Damit du dir noch etwas sicherer wirst, dass du wirklich Gott hörst und nicht nur „deine eigenen Gedanken“, hab ich ein paar Bibelstellen rausgesucht, die Gottes Charakter (inkl. Redensweise) zeigen.

Das heißt, jedes Mal, wenn du was aufgeschrieben hast, kannst du dich fragen: Passt das in diese Schiene rein?

Wie Gott sich anhört… Wie Gott sich nicht anhört…
Ermutigend – 2.Thessalonicher 2,16-17 Verdammend, Schuldgefühle – Römer 8,1 und Johannes 3,17
Tröstend – 2.Korinther 1,3-4 Appelle – Kolosser 2,13-16
Liebevoll – Johannes 17,23 Vorwürfe – Kolosser 2,13-16
Immer aufbauend – Philipper 2,1 Entmutigend – Johannes 10,10
Freundlich – Psalm 27,4 und 1.Korinther 13,4 Ärgerlich, wütend – Römer 5,9
Geduldig – 1.Korinther 13,4 Enttäuscht – Psalm 139,1-4
Bringt immer Leben – Johannes 10,10
Fröhlich, witzig, humorvoll – Psalm 16,11

Du weißt, dass du gerade mit dem lebendigen Gott geredet hast, wenn du danach erfrischt, aufgebaut, ermutigt, geliebt und froh bist. Positives Denken bringt einen nicht annähernd so weit, wie Gottes Reden in deinem Kopf dich bringt.

Die Früchte begutachten

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Und nochmal ne kleine Hilfe: Jesus sagte mal, dass man an den Früchten erkennen kann, woher was kommt. Das heißt, wenn du mit Gott redest, werden daraus gute Früchte entstehen. Zum Beispiel, dass du Freiheit von ungesunden Denkmustern bekommst oder dass du voller Liebe wirst oder dass du entspannt und locker oder geduldig mit dir selber wirst und noch viel mehr anderes Gutes. Was alles gut ist und was nicht, kannst du selber beurteilen, dafür brauchst du mich nicht. 😉

Also nach nem halben Jahr Gottes Reden aufschreiben, schau mal zurück und sieh, was sich verändert hat. Gute Veränderung = erfolgreich mit Gott kommuniziert.

(Tipp: Zum Beurteilen der Veränderung schau, was sich in deinem Herzen getan hat. Denn so wie ich Gott bisher kennengelernt habe, wird er sich zuerst um dein Herzilein kümmern. 🙂 )

Gott ist freundlich, auch wenn wir Mist gebaut haben

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Mirjam, du sagst, dass Gott freundlich zu mir redet. Aber was ist, wenn er mich korrigieren will? Mein Leben ist ein einziges Chaos. Da erwarte ich keinen mir wohlgesinnten Gott.

Quatsch mit Soße. 😉

Also erstens hat Gott kein Problem mit Chaos (und für uns Christen: auch nicht mit Sünde). Wir denken immer, wir müssten unser Leben in Ordnung bringen, und dann können wir zu Gott kommen. Ich sag dir: Komm einfach wie du bist zu Gott, und dann hilft er dir schon, dein Leben in Ordnung zu bringen. Je mehr du Gott kennenlernst, umso mehr wird das Chaos in deinem Leben verschwinden (und für uns Christen: auch die Sünde). Ach, was sag ich, Herausforderungen gibt’s immer, sie ändern sich halt.

Komm einfach wie du bist zu Gott, und dann hilft er dir schon, dein Leben in Ordnung zu bringen.

Mann, Gott ist sooooo freundlich. Lerne seine Freundlichkeit kennen. Das wird dein Leben mehr umkrempeln als wenn du es selber versuchst.

Und zweitens, ich weiß nicht genau, wie er das immer hinkriegt, aber wenn Gott mich korrigiert, dann fühle ich mich danach immer geliebter als davor. Wenn ich mit Gott rede, erwarte ich keinen enttäuschten oder genervten oder ärgerlichen Gesprächspartner. Der Herr ist so gut drauf. 🙂 Das macht echt Spaß, mit ihm zu reden. Und er hält alles aus – selbst meine miesesten Launen. Und wenn was nicht so gut läuft, dann ist es seine Güte, die mir auf die Sprünge hilft. Es ist DAS BESTE mit Gott zu reden. Ich kenne niemanden, der sooo cool und sooo nett und sooo weise und sooo perfekt und sooo durch und durch gut ist. Okay, ich krieg mich wieder ein. 😆

Also: Egal, wie dein Leben aussieht, wie würdig du dich fühlst (oder auch nicht), wie viele Leichen du im Keller liegen hast, Korrektur kommt durch Güte (Römer 2,4). Du wirst zuerst Gottes Freundlichkeit begegnen. Und diese wird dein Leben verändern.

Wenn Gott mich korrigiert, dann fühl ich mich danach immer geliebter als davor.

Besorg dir einen Mentor

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So. Das ist echt wichtig.

Wenn du bisher noch gar nichts persönlich von Gott gehört hast oder nur sehr wenig, dann besorg dir einen Mentor bzw. besorg dir zwei. Das sollte jemand sein, der

  • Gott selber hört
  • mehr Erfahrung hat als du
  • Gott besser kennt als du und an dessen Leben man es erkennen kann, dass er Gott gut kennt (Vorbildfunktion)

Und dann zeig diesen Personen, was du aufgeschrieben hast.

  1. Total ermutigend zu hören, dass man auf der richtigen Spur ist.
  2. Du merkst es schneller, wenn du mal von der Spur abkommst.

Gottes Stimme hören lernen ist Training, das hatten wir ja schon. Jedes Training braucht einen Trainer. Vor allem wenn du regelmäßig aufschreibst und dann irgendwann vielleicht auch mal lebensentscheidende Fragen stellst. Da ist es total wichtig, Feedback von Personen zu bekommen, die selber Gott kennen (damit meine ich nicht, dass sie in die Kirche gehen, sondern dass sie persönlich mit Gott reden und von ihm hören und dass man es an ihrem Leben sieht).

Erinnerst du dich daran, dass ich sagte, wie wichtig es ist, unsere inneren Augen auf Jesus zu richten, weil sonst unsere Anliegen wie ein Filter wirken und wir Gott nicht mehr klar hören? Wenn du ein paar gute Mentoren mit geübten Sinnen (Hebräer 5,14) an der Seite hast, kriegen die das mit. Dann ist das nicht so schlimm.

Mach Fehler

Jep, wer hätte gedacht, dass die perfektionistische Mirjam mal so nen Satz schreibt. *grins* Ich hab halt dazugelernt. 😀

Mach Fehler. Hab ich auch. Das wichtigste ist, dass du losläufst. Wenn mal was daneben geht, ist das nicht so schlimm, wie wenn du nie losläufst, weil du Angst hast, Fehler zu machen. Es gibt keinen Fehler, der so groß wäre, dass ihn der Jesus nicht wieder hinkriegen könnte.

Und: Gott wird dich niemals einen falschen Weg entlanggehen lassen und schulterzuckend sagen: „Ach, er hat’s nicht mitbekommen. Tja, kann man nichts machen.“ Nein. Gott ist doch ein guter Vater! Er wird dir wild mit den Armen fuchtelnd hinterherrennen, sich dir in den Weg stellen und sagen: „Mein Lieber/Meine Liebe, ich hab was ganz anderes gemeint. Komm, gehen wir nochmal zurück.“

Das ist mir selber schon passiert. Er macht das echt so. Deswegen ist es nicht schlimm, Fehler zu machen. Nur schlimm, sich vor Fehlern zu fürchten. 🙂

Es gibt keinen Fehler, der so groß wäre, dass Jesus ihn nicht wieder hinkriegen könnte.

Noch Fragen?

Ich hoffe, ich habe die meisten Fragen abgedeckt. Wenn du noch Unklarheiten hast, dann schreib mir bitte ganz gern. Es liegt mir voll am Herzen, dass du selber Gott mitkriegst. Das genau war der Zweck dieser ganzen Reihe. Wenn du dich immer noch schwertust, dann melde dich! Ich weiß, wie schwierig es am Anfang sein kann. Lass mich dein Ermutiger sein. Bleib nicht allein mit deinen Fragen! Das ist mir echt richtig wichtig. Du kannst einen Kommentar dalassen oder ganz gern eine Mail schicken an mirjam@edifyme.de.

Wenn du keinen geübten Mentor findest, der mal über das drüberschaut, was du aufgeschrieben hast, dann schicks mir per Mail an mirjam@edifyme.de. Ich geb dir ganz, ganz gern Feedback.


Diese Reihe wird tatsächlich mal zum Ende kommen (ich glaub’s ja selber kaum 😀 ). Im nächsten und letzten Artikel zu diesem Thema erzähle ich meine Story mit diesem Werkzeug und wie ich Gott kennengelernt habe. Das hat hier nicht mehr reingepasst. Wenn du also wissen willst, was ich erlebt habe und wo ich jetzt stehe, klick hier. (Link folgt) 🙂


Beitragsbild: Xavier Massa